Brummfisch

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Grand Prix Eurovision 2012 (feat. Käseigel)

May 26th, 2012 · 1 Comment

Hallo liebe Freunde der leichten Unterhaltung!

Auch dieses Jahr haben wir uns wieder auf der Couch versammelt, um dem Grand Prix Eurovision im schönen und kaum unterdrückten Aserbaidschan beizuwohnen. Wie immer samt Käseigel (zu finden hier: Käseigel!)

Derzeit bereiten wir uns noch mental vor und trinken Erdbeerbowle. Aber es folgt ja gleich a) die peinliche Reeperbahn-Warmup-Party und b) das Wort zum Sonntag (Frau S heute morgen: “Kommt das eigentlich immer nur am Grand Prix Tag?” - soviel zur christlichen Einstellung des Haushalts).

20:15 unterbrechen wir die spannende Reportage auf dem ZDF über Traumhochzeiten der Königshäuser und schalten zu Countdown auf Baku. Wo uns eine Frau mit engen roten Hosen sogleich sowohl Udo Lindenberg als auch Unheilig als auch Peter Maffay ankündigt. Wenn das kein unterhaltsamer Abend mit der aktuellen Musikszene wird!

Wer die Frau mit den roten Hosen ist, wissen wir nicht. Unser Gebührengeld billig angelegt! Sehr gut, Herr und Frau ARD. Aber da holt man auch schon Anke Engelke her - die kostet mehr!

Und wo ich neue Gäste zur Tür hereinlasse, starten Jan Delay und Udo Lindenberg schon ins erste Lied. Das reißt keinen so richtig vom Hocker. Naja, können wir uns hinterher umso mehr über die Pyrotechnik freuen.

Frau U., die sich gerade warme Socken überzieht, schaut kurz hoch, um zu gucken, was passiert, und fragt interessiert: “Wer ist das jetzt?” - Das, Frau U., ist unser Star für Baku. Na, das kann ja heiter werden, wenn nicht mal Frau U. den Roman Dingenskirchen kennt. Der Dingenskirchen trägt eine kleidsame NY Yankees Mütze (hat er eine Glatze?) und beantwortet fröhlich Fragen. Das ist hochinteressant, und deshalb schauen wir spontan Hochzeitsfotos von Frau D.

Baku blinkt im Hintergrund.

In Hamburg jetzt Tim Bendzko (sp?). Den kann ich ja überhaupt nicht leiden. Hat der nicht irgendwas gewonnen? Warum, weiß man nicht. Zum Glück ist der nicht nach Baku gefahren, weil auch optisch kann man mit dem keinen Blumentopf gewinnen. A propos keinen Blumentopf - man zeigt uns ein paar Leute, die bereits im Vorfeld ausgeschieden sind: Offensichtlich zu Recht. Von den Leuten auf der Bühne kennen wir immer noch nur Anke Engelke. Vielleicht sind wir out of touch mit der heutigen Jugend.

Doch, halt, Frau D. kennt Mieze von MIA. Offensichtlich haben wir die mal in Concert gesehen. Ich habe dieses Trauma scheinbar verdrängt. OOOOOH!!! Die russischen Omis!!!!!!! Ich hole schon mal mein Handy raus und programmiere die Nummer von Russland auf Speed Dial ein.

Thomas D. ignorieren wir und philosophieren statt dessen über lustige Katzenvideos im Internet. Zum Beispiel dieses: Ninja Cat. Oder dieses: EINS ZWEI DREI VIER. Und natürlich das Scary Chipmunk. In Hamburg? Da singt MIA und nun wird mir auch erinnerlich, warum ich mich NICHT an das Konzert erinnern mag.

Jetzt werden Leute interviewt, die wir auch nicht kennen, und wir wissen nicht, ob das daran liegt, dass die völlig unprominent sind oder daran, dass unser Skill im Promi-Erkenning mit dem W3 ausgewürfelt wurde (NERDALERT!)

Ah, Unheilig erkennen wir. Aber da wünschen wir uns, so zu sein wie Frau J. aus Neuseeland, die den Grafen noch nie gesehen hat. Der Wunsch nach “Mach doch lauter, ich kenn das nicht” wird aber von der Runde abschlägig beschieden “sonst kommt Frau J. nie wieder aus Neuseeland zu Besuch”.

Wir verpassen das Wort zum Sonntag, weil wir uns noch spontan auf YouTube Lemur Loves Scratches anschauen.

Aber schon geht es los mit der Eurovision. Dum du di dum du di duuuuu du! Und der Einstieg gleich mit PY-RO-TESCH-NIK. Und Dieter Bohlen, der teuflisch steppt. Mit Blumen und aserbaidschanischen Derwischen im Hintergrund. “Ist das schon die erste Nummer?” will Frau E. wissen. Nein, aber wenn es so wäre, würden die Leuchtwesten sicherlich eine hohe Bewertung in der Kategorie “Kostüm” abstauben. Die Choreo ist so so. Anschließend Schleiertanz. Frau J. zitiert die Statistik “Da sind die in Aserbaidschan auch ganz führend” “Im Schleiertanz?” “Ja und so” Von der Pressefreiheit her ganz hinten, aber immerhin in Bezug auf Schleiertanz ganz vorn - man muss nur Prioritäten setzen. Da, ein Trommler. Wir raten den Verwandtheitsgrad zum Präsidenten “Der Chauffeur?” (Man hat uns ja als Pausenclown den Neffen des Präsidenten angekündigt. Wobei mich das an weiland Takeshis Castle erinnert - da gab es als Teetassenschleuderer Michiru Jo, den Neffen des Fürsten.)

Der Siegersong vom letzten Jahr. Frau J. fragt nach “Welches Land hat damals gewonnen?” Peinlich berührtes Schweigen. Frau J. entschuldigt sich sogleich. Frau U. und ich kennen das Lied ja intensiv als Cool-Down vom Step Aerobic Unterricht. Ansonsten erinnert es vage an den deutschen Beitrag, sagt man. Ich habe den nicht im Ohr und muss das spontan glauben.

Da, die Kusinen des Fürsten. Haben sich in enge Kleidchen gezwängt, oben eine Körbchengröße zu klein. Ob das dem Imam gefallen wird? Hoffentlich marschiert der Iran nicht gleich ein. Sogleich meldet sich beschwichtigend Peter Urban (Hallo, Herr Urban!) zu Wort und erzählt uns Schwänke über den Baufortschritt in Baku.

Und nu geht es los! Der erste Beitrag kommt aus

United Kingdom - Engelbert (Humperdinck, 76) mit “Love will set you free”

Engelbert hat so was Johnny Cashiges in der späten Phase auf der Bühne und ist offensichtlich deprimiert. Er hat einen einsamen Gitarrenspieler mitgebracht. Na ja. Wir vergeben niedrige Punkte in Kostüm und Pyrotechnik. AUS DRUCKS TANZ! im Hintergrund. Das haben wir nicht als Kategorie, aber man kann das sicherlich als Special Effect verbuchen, wenn man großzügig ist. Frau U. denkt über einen Alte-Männer-Bonus nach. Ansonsten finden wir das etwas öde. Immerhin singt Engelbert nicht falsch, und da kommt auch ein Feuerregen. Wir korrigieren die voreiligen Pyrotechnikbewertungen. Was für ein Finale!

Als nächstes

Ungarn - Compact Disco mit “The sun of our hearts”

Peter Urban hat total recht mit “Die haben was von Depeche Mode”. Depeche Mode, wenn man sich die echten Depeche Mode nicht leisten kann. Komische 80er Jahre Lichteffekte - das gibt keine hohe Pyrotechnik-Bewertung. Wobei, wir haben ja gelernt: Erst das Ende abwarten. Aber die Kostüme mit dem schwarzen Leder (ohne Federn!) erhalten auch nicht viele Punkte. Und das Lied ist langweilig. Daran erinnert sich doch keiner bei der Abstimmung. Nee, das wird nix. Und auch am Ende nicht mehr Pyrotechnik, tja, manchmal hilft auch das Abwarten nicht.

Dann:

Albanien - Rona Nishliu mit “Suus”

Ein kleines akustisches Missverständnis lässt uns eine 25-jährige Oma erwarten (es handelt sich bei Frau Nishliu um eine Roma). Frau Nishliu hat eklige Dreadlocks und sieht mit ihrem futuristischen Kostüm vage aus wie ein Alien aus “Fifth Element”. Sie singt anklagend in die Kamera wie Björk auf Kosovo (Frau J.) und wir haben spontan Angst. Und bei den hohen Tönen halten wir unser Bowleglas fest. Zum Glück hat die Katze bereits vorher den Raum verlassen. Da schmerzt das Trommelfell gar sehr. Frau Nishliu singt sich die Seele aus dem Leib und wir fragen uns, ob in der Halle geklatscht wird, damit sie möglichst schnell wieder geht. Bei uns gibt das eine niedrige Punktebewertung.

Dann geht es weiter mit

Litauen - Donny Montell mit “Love is blind”

Frau E. hat den Titel bereits im Radio gehört und vergibt das Urteil “grässlich”. Der Mann trägt eine Augenbinde. Ob der wirklich blind ist oder ist das nur Show? Frau U. fragt nach, wie er auf die Bühne gefunden hat, ob er geführt wurde oder was. Das Lied ist in der Tat nicht so doll und wir wünschen uns, Liebe wäre nicht blind, sondern taub. AAAAAH! Da reißt sich der Mann spontan die Augenbinde vom Leib und rollt die Hüften, dass wir spontan erblinden. Sehen kann der offensichtlich. Und auch Akrobatik. Zum Glück sind zwei aus unserer Runde schon schwanger, denn mit den Bewegungen droht sicher eine Spontanschwangerschaft bei weiblichen Zusehern. Immerhin nicht so langweilig, wie wir zu Beginn befürchtet hatten, urteilt die Runde.

Als nächstes

Bosnien-Herzegovina - Maya Sar mit “Korake Ti Znam”

Frau Sar hat einen Flügel mitgebracht. Ihr Kostüm erinnert mich spontan an eine Klingonen-Uniform aus Star Trek. Khaaaaaan! (NERDALERT) Ansonsten ist das Lied balladig und öde. Frau U. erkennt in Frau Sar eine Ähnlichkeit zu Morticia Addams (nur in blond). Frau J. ist vom Gesamteindruck unzufrieden. Immerhin wird jetzt die Windmaschine angeworfen - vielleicht hätte Frau Sar keine 200 kg Haarspray reinmachen sollen. “Immerhin ist sie schlank” wird geurteilt - aber das hier ist ja kein Top Model, sondern ein Gesangswettbewerb.

Oooooh!!! Die Omas!!!

Russland - Volanovskiye Babushki mit “Party for Everybody”

OOOOOOH! Die Omis backen! Sie singen ein bisschen schief, aber das macht nichts. Die Kostüme sind 1a. Und die Omis haben sogar eine Choreo einstudiert! Wir klatschen spontan mit und schunkeln. Ich bin immer noch für die Omis. “Schräger Gesang aber mitreißend” notiert Frau U. “Boom, boom, come on and dance”. Das verstehen wir. Und da werden auch noch Plätzchen gereicht. Das zählt als Pyrotechnik. Die Halle tobt und wir auch. Wenn wir doch nur jetzt schon anrufen dürften!

Als nächstes (schwerer Stand nach den Omis)

Island - Greta Salome and Jonsi (alle Akzente weggelassen) mit “Never forget”

Kostüme haben die keine spektakulären. Immerhin ist Greta eine Teufelsgeigerin und sieht auch gut aus. Wenn auch ein bisschen unterm Toaster eingenickt. Im Hintergrund treibt auf dem Bühnenbild ein Eisberg vorbei. Hoffentlich kommt bald die Titanic, das gäbe Entertainment-Punkte. Greta geigt sich den Wolf, dass die Extensions wild in der Windmaschine wehen. Also melodisch ist das Lied ja irgendwie, hat aber wenig Erinnerungswert. Frau U. übrigens findet das Lied ganz scheusslich. Aber da kann ja jeder urteilen, wie er will.

Als nächstes kündigt uns Peter Urban jazzgymnastische Höhepunkte an, da sind wir gespannt

Zypern - Ivi Adamou mit “La La Love”

“Das klingt wie Vengaboys” ist das spontane Urteil der Runde. Die Mädchen turnen in der Tat lustig auf der Bühne, sogar mit Hebefiguren und allem. Kostümmäßig ist das eher wie Flintstones meets Chachacha. In Nude. Man sieht die Mädchen kaum vor dem Hintergrund, wie sie sich wie weiland Las Ketchup einen abstrampeln. Frau J. vergibt spontan Punkte in der neu definierten Kategorie “Fitness”. Da hatte ja Engelbert nicht so gut abgeschnitten. Daher haben die Mädchen auch schönere Beine. Also bei mir zieht das Lied jetzt nicht so. Frau U. und J. hingegen sind mitgerissen und klatschen spontan.

Jetzt zu den Nachbarn

Frankreich - Anggun (Kostüm: Jean Paul Gautier) mit “Echo (You and I)”

Bzw. Anggun kommt eigentlich aus Vietnam. Aber sie hat gschmeidige Akrobaten/Turner mitgebracht. Das gibt auch wieder Fitness-Punkte ohne Ende. Das Lied ist im Vergleich eher langweilig. Da hilft auch nichts, dass Anggun von den Tänzern locker angehoben wird. Wir hören sie auch nicht besonders gut. Ob da einer hinter der Bühne am Ton gedreht hat? Anggun lässt sich derweilen den Wind um die Oberschenkel blasen. Verhaltener Applaus in der Halle. Gesamteindruck “na ja”.

Ui, da sind sie wieder (letztes Jahr habe ich für Euch gestimmt, amici):

Italien - Nina Zilli mit “L’Amore et la Femmina (ohne Akzent)

Die Frau Zilli erinnert uns an Amy Winehouse. Ob die auch so viele Drogen nimmt? Dünn ist sie jedenfalls. Kostüm hat sie kein besonderes an. Aber immerhin rote Schuhe, und sogar ihr Knopf im Ohr ist rot. Ton in Ton! Das Lied erinnert uns auch an ein anderes, aber wir kommen nicht drauf “da wird so geschnippst!!!” Insgesamt aber eigentlich ganz nett. Wir warten mal noch ab, ob da noch ein Special Effect kommt. Nein, leider nicht, da müssen wir die Punkte niedrig halten. Immerhin singt sie auch Italienisch, das ist ja immer ganz gut, wenn auch die Landessprache mal dran kommt.

Jetzt der nächste Teilnehmer

Estland - Ott Lepland mit “Kuula”

Wir erinnern uns nostalgisch an weiland die kleinen Esten. Oder waren es doch Letten? Die jedenfalls so gehüpft sind. Aber das alles ist schnell vergessen, als Herr Lepland im Brustton der Überzeugung sein Lied schmettert. Leider hat er a) Raupenaugenbrauen (Frau U.) und sieht b) aus wie ein Ex-Praktikant aus der Ex-Firma der Frau D. Hintenan wird noch ne Frau beleuchtet, was die zu tun hat, wissen wir nicht. Da fand ich den Engelbert besser. Frau J. ist eher positiv gestimmt. Baltischer Herzschmerz, sagt Herr Urban. Da hat er recht.

Als nächstes

Norwegen - Tooje (Fernsehmoderator und Sozialpädagoge) mit “Stay”

Wie der Tarkan! (und ein bisschen wie Assassins Quest - NERDALERT) Hässlich ist der nicht. Auch wenn er nicht Ricky Martin ist, es aber gerne wäre. Aber er tanzt super. Auch so ein bisschen Bauchtanz. Das Hemd eingerissen bis zum Bauchnabel, das ist schon OK kostümtechnisch. Wir ziehen aber ein paar Punkte ab für die Spandex-Leggins. Und da, auch ein bisschen Pyrotechnik. Dazu können wir gut steppen. Na, das war ja ganz nett.

Kleine Pause! Eine der Moderatorinnen plauscht mit Engelbert. Wir hören nicht zu. Und schon geht es weiter.

Aserbaidschan - Sabina Babayeva mit “When the Music Dies”

Verteidigung des Heimspiels! Können die sich doch gar nicht leisten. Wobei die Frau alles gibt einsam im Nebel wandernd. Und sie hat auch einen Genie aus der Lampe mitgebracht. Und sie hat Federn am Kostüm, das auch die Farben ändert. Hochspektakulär. Aber es sieht ein bisschen aus als wäre da was ausgelaufen. Frau J. notiert “Menstruierender Schwan”. Immerhin singt sie ordentlich. Aber wieder so ein langweiliger Song. Wir warten noch auf den Knaller. Frau U. notiert “Aufgespritzte Lippen” unter “Special Effect”. Ob das eine valide Bewertung ist?

Rumänien - Mandinga mit “Zaleilah”

IIIIIEEEH ein Dudelsack. Und Trommeln. Die erinnern mich an die Band, die vor einigen Jahren mal unterbrochen wurde, weil ein nackter Mann auf die Bühne sprang. Die durften dann nochmal. Hoffentlich hüpft hier keiner rauf, weil die Aprés Ski Nummer will keiner zwei Mal hören. Die Band ist offensichtlich kubanisch, wie uns Herr Urban mitteilt. Das erklärt, warum sie spanisch singen. Nächstes Mal heuern wir auch einfach Leute mit Zertifikat in Lambada an. Aber immerhin Flammenshooter. Und sie haben Instrumente dabei. Wobei wir nicht wissen, ob die Leute die Instrumente wirklich spielen.

Dänemark - Soluna Samay mit “Should’ve known better”

Admiral Samay an Bord, aye aye! Warum trägt die Frau eine Kapitänsmütze? Und sie hat eine Gitarre mitgebracht. Und zwei Leute mit Celli. Das macht das Lied nicht spannender. Eine Frau hinten räkelt sich auf einem Sofa - das erinnert uns weiland daran, dass wir mal Dita von Teese dabei hatten. Die Frau hier ist aber keine Dita. Wobei uns das damals auch nicht weitergeholfen hat. Aber wir schweifen ab. Was eigentlich alles über das Lied sagt, was gesagt werden muss.

Griechenland - Eftheria Eftheriou mit “Aphrodisiac”

Ui, Sirtaki! Da gibt es gleich wieder Fitness-Punkte! Opa! Wobei sich die Griechen ja vermutlich auch keinen Sieg leisten können. Aber die Frau hat auch wohl wissend, wo die Finanzierung herkommt, ein schwarz-rot-goldenes Kostüm angezogen. Hinten eine Muschel wegen der Venus. Da schüttelt die Frau ihr wildes Haar. Na, mit dem Beitrag muss sich Griechenland keine Sorgen zu machen für nächstes Jahr. Und auch Frau Merkel kann den Haushalt beruhigt verabschieden ohne noch ein Extra-Budget für “Entertainment-Bonds” klarzumachen.

Und nu der Favorit:

Schweden - Loreen mit “Euphoria”

Geht schon mal gut los mit Strobo-Light und Windmaschine. Mit Ansage. Und das Lied kennen wir zumindest alle von David Guetta. Das kann man natürlich schön in der Disse spielen. Up up up. Frau U. prognostiziert den Sieg. Frau J. aus der Neuseelandperspektive moniert den “schlechten Europop”. Jedem Kontinent das Seine. Auf der Bühne schneit’s und es wird Capoeira gekickt. Warum auch immer. Mit Hebefigur! Die Fitness-Freaks im Raum applaudieren spontan. Die anderen fanden die Omas besser.

Als nächstes

Türkei - Can Bonomo mit “Love Me Back”

Maximale Teilnehmerzahl auf der Bühne. Das Lied gemahnt ans Titellied der Addams Family. Herr Bonomo trägt auch eine Kapitänsmütze und ein wallendes Kostüm. Die Backgroundtänzer sehen vage aus wie Batman, hinten kocht im Bühnenbild der Baggersee. Wir schütteln spontan die Schultern. Ein bisschen sieht das Ganze auch wie die Augsburger Puppenkiste. EEEEEine Insel mit zwei Bergen! Da war der erste Eindruck besser als das, was jetzt hinten rauskam. Ui. Da mimen die Tänzer spontan ein Boot. Aus den Umhängen! Toll. Das gibt ein paar Punkte von uns.

Spanien - Pastora Soler mit “Quedate Conmigo (ohne Akzent)”

Das ist doch die, der man nahegelegt hat, sie möge doch vielleicht nicht so ganz ihr Bestes…mit der wirtschaftlichen Situation in Spanien und so..na, mal sehen, was da noch passiert. Bislang ziemlich öde, aber Herr Urban hat uns vorher eine Explosion der feurigen Flamenco-Tänzerin angekündigt, darauf spekulieren wir. Es hat sich auch noch keiner das Kleid vom Leibe gerissen, was ist da los bei diesem Grand Prix? ACHTUNG DIE WINDMASCHINE. nee, sonst ist da nicht mehr. Was für eine Explosion, Herr Urban? Wir sind enttäuscht. Stimmlich vielleicht, aber gut. Pyrotechnik war da weit und breit nicht zu sehen.

Und nu unser Beitrag

Deutschland - Roman Lob mit “Standing Still”

“Wer ist das jetzt?” Frau U. hat aus ihren Fehlern der Pre-Show nichts gelernt. UNSER STAR FÜR BAKU FRAU U.! Wenn der aber auch ständig seine Mütze wechselt. Frau U. schunkelt spontan mit. Ich finde, dass der ein bisschen aussieht, als hätte er einen Kopfverband an. Nu ja, das Lied ist ganz OK und man hört das ja auch stet im Radio, aber ob sich da die anderen Ländern dran erinnern werden? Wo ist denn da der Fun-Factor? “Der Fun-Factor liegt in der Erdbeerbowle” philosophiert Frau U. Da hat sie natürlich recht. Wir gehen Nachschub einfüllen.

Der nächste Beitrag ist

Malta - Kurt Calleja “This is the Night”

Wo ist die dicke Frau, die die immer dabei hatten? In Rente? Babypause? Herr Calleja hat immerhin samt Band gelbe Socken an. Und kleine Tanzanlagen mit einem enthemmten DJ. So hip-hoppig ist das Lied gar nicht, wie der DJ tut. Die Frau am Schlagzeug wackelt mit dem Hintern, aber das hilft auch nicht viel. Wir wünschen uns die dicke Frau und ihre Balladen zurück. Wow! Tolle akrobatische Tanzeinlagen vom DJ. Und Goldregen. Da legen die sich total ins Zeug. Ob das den Beitrag retten kann? Ick wees ja nich.

Als nächstes

Mazedonien - Kaliopi mit “Crno i Belo”

Frau Kaliopi ist schon wat älter und hat so das Flair “alternde Operndiva”. Ausdrucksgesang ist wohl eher so was kulturelles…AAAAH HEADBANGING FTW WO SIND LORDI WENN MAN SIE BRAUCHT? Spontan erinnern Frau U. und ich uns an weiland Nu Pagadi. Die sind ja auch ganz weit gekommen damals. Wir finden das Lied gar nicht so schlecht und rocken mit. Na, dem kann man mal paar Punkte geben.

UI JEDWARD UIII spontaner Szenenapplaus:

Irland - Jedward mit “Waterline”

Jedward machen ein bisschen auf Starlight Express und hüpfen wild. Wir hüpfen mit. WOOH! Das Lied ist auch ganz lustig. Wasserspiele! Das hatten wir noch nie. Das muss die volle Pyrotechnik-Punktzahl geben! Da hätte es den anschließenden Goldregen gar nicht gebraucht. Und am Schluss mimen die beiden auch noch zu Zweit ein Herz - das ist ja sensationell. Da ist der Fun Factor doch auch ohne Bowle da UND JEDWARD STÜRZEN SICH IN DIE FONTÄNE. Douze Poing! Wir applaudieren ungehemmt. Der Favorit bisher!

Und weiter gehts mit

Serbien - Zeiko Joksimovic mit “Nije Ljubav Stvar” (ohne Garantie auf Rechtschreibung und Akzente)”

Das hört sich an wie die Filmmusik zu “Flipper ist tot”. Tragisch. In Serbien gibt es wohl nicht viel zu lachen. Auch das Bühnenbild zeigt Höllenfeuer. Herr Joksimovic müht sich redlich, aber unseres ist das nicht so. Nur Frau D. hat eine Schwäche für Herz-Schmerz-Balladen aus dem serbischen Sprachraum.

Next!

Ukraine - Gaitana mit “Be my Guest”

Gaitana taucht hoch spektakulär hinter Videoleinwänden auf und schüttelt ihr Fransenkleid. Und hat sich Alufolie um die Hände gewickelt. Das Lied hört sich an, als ob es in jeder russischen Disco douze poing erhalten würde. Die Tänzer steppen entsprechend um Gaitana herum. Whoa! Spontan müssen wir unsere Gläser ob des Ultrasonargesangs festhalten. Frau Gaitana umgeht das Mitbring-Verbot von mehr als 5 Leuten, indem sie eine jubelnde Menge auf der Videoleinwand animiert. Ja ist das denn erlaubt? Herr Urban, übernehmen sie.

Als letzter Act geht nun ins Feld

Moldawien - Pasha Parfeny mit “Louta” (wieder mal ohne jeglichen Akzent)

Pasha sieht aus wie Kai Pflaume, wenn der bei den Village People mitsingen würde als “Cowboy”. Das Lied enthält viel Tuba. Ich glaube, das gehört so in Moldawien. Frau J. findet das Lied ganz lustig, Frau E. vergibt spontane Entertainment-Punkte, weil die Tänzerinnen um Pasha herum so hüpfen. Bei den Flintstone-Mädels haben wir uns alle über die Akrobatik noch gefreut, inzwischen sind wir ein wenig abgestumpft. Frau D. zeigt sich besorgt, dass dieser Clip auf YouTube gepostet das schlechte Image der Europäer im Hinblick auf Entertainment-Optionen bei den Amerikanern besiegeln würde.

So, das war’s und nu können wir abstimmen. Bei uns hält sich die Präferenz für die Omas und Jedward die Waage. Aber man kann ja mehrere SMS absenden.

Die Abstimmung! Das kann dauern. Währenddessen ruhig rasch noch mal die Gewinner der letzten 10 Jahre Revue passieren lassen.

And the winner is… Sweden!

Warum auch nicht. Wobei uns Jedward irgendwie leid tun und traurig auch der arme alte Engelbert DU WARST NICHT SCHULD ES WAR DER STARTPLATZ 1 DERS DIR VERSAUT HAT. Und auch nochmal ein Gruß an die kleinen Omas, bevor wir uns leise ins Bett verabschieden. Schalten Sie auch nächstes Jahr wieder ein, wenn es heißt “Germany Douze Points - NOT!” (P.S. Wir sind auf Platz 8 gelandet)

Tags: Gelaber

1 response so far ↓

  • 1 lianeliane // May 26, 2012 at 8:24 pm

    sind euch jetzt die Trommelfelle geplatzt? Mir schon beinahe…

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