Brummfisch

I fish, therefore I brumm.

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Oscars 2012

February 26th, 2012 · 10 Comments

Trotz mittelschwerem Handicap (Glasfaser Internet verträgt sich nicht mit Router) auch heuer wieder der Bericht zur Lage der Filmnation - dann halt über Apple-Gerät und Handynetz. Und natürlich ca. 7000 Kilo Schokolade. Aber das tut nix zur Sache. Jedenfalls für Hollywood, nicht für unsere Laune und den Zuckerschock, den man braucht, wenn man bis 4 Uhr wach bleiben muss.

Aber erst mal Chips und Oscar Ballot. Wir tippen eifrig auf unsere Favoriten, ungehindert der Tatsache, dass der Druckertoner versagt hat, und wir nur ungefähr die Namen entziffern können. Egal, haben wir eh nix gesehen! Außer The Artist. Und Harry Potter.

Besonders qualifiziert wie immer unsere Tipps zu Documentary (short), wo Frau D. nur bis zum 4. Nominierten gelesen hat (Bagdad! Eine Bank!), Frau U. jedoch eins weiter (Tsunami! Eine Bank!) sowie Sound Editing/Mixing (was ist der Unterschied? Und muss man hier wirklich Transformers ankreuzen? Wenn ein Baum im Wald umfällt und trifft Michael Bay, wäre das so verkehrt???) Fragen über Fragen, die sich vor unserem gesunden Halbwissen sicherlich im Laufe des Abends leicht beantworten lassen.

Falls jemanden übrigens die Garderobenfrage umtreibt: unsere Outfits sind selbstverständlich dem hohen Anlass angemessen. Was heißen soll, dass wir allesamt schicke Jogginghosen tragen, damit wir beim Jubeln auch gut aufspringen können.

Und schon beginnt auch Pro7 mit der Oscar Coverage, und wie jedes Jahr fragen wir uns, welches belastende Material vom Intendanten Steven Gätjen im Schrank hat, damit er uns wieder mal die Preshow versauen darf. Aber diesmal hat er nebst Frau Warnkross auch Rebecca von den Topmoppeln im Gepäck, damit er als bestes deutsches Moderationstalent aus diesem Trio hervorstechen kann.

Frau Warnkross hat sich dabei ein totes Tier auf den Kopf, Frau Rebecca eins um die Hüften geschnallt - auch optisch kein Hochgenuss. Stars haben wir noch keine gesehen, aber Herr Gätjen würde sie eh nicht erkennen…doch, leider hat er George Clooney erspäht und nun geht es los mit dem Fremdschämen. Sobald man Wim Wenders in das Bild schiebt, ergreift George auch die Flucht. Wir verstehen dich, George!!! Auch das Pro7 Bild setzt erst mal aus.

Jetzt die unsympathischen Freaks vom deutschen Kurzfilm, und ihre Hauptdarstellerin (ohne Brüste), über die wir vorhin schon einen Einspieler gesehen haben, warum auch immer. Die haben sich erst mal offensichtlich einen hinter die Binde gekippt, weil sie eh nicht gewinnen. Das macht uns nicht geneigter, ihren Film anzukreuzen. Tuba Atlantic FTW!

Nun der Schubser vom roten Teppich, den man immer aus der Versenkung holt, wenn sich alle Promis weigern, zu Steven zu gehen. Er winkt mit strenger Miene Rooney Mara heran, die ihm offensichtlich noch einen Gefallen schuldet. Frau Mara ist sichtbar unglücklich, mit Steven zu reden, und starrt auf den Vorhang, den sie statt eines Kleides über die Schultern geworfen hat.

Als sie geflüchtet ist, erwischt es Octavia Spencer. “Wie fühlt man sich mit einem Film, bei dem so viele … /(Schwarze)/ … äh … Schauspieler nominiert sind.” Da ist es auch der Regie genug, und wir schalten zur original amerikanischen Preshow.

AAAAAAHHH!!!!!! Tim Gunnnnnnnn! Jetzt wird alles gut. Make it work, Tim! Aber erst mal gibt es eine Montage der Nominierten-Mütter. Hallo, Mama Clooney, well done! Oder ist es doch seine Cousine? Botox kann heutzutage ja viel…Frau U. googelt. In der Tat die Mutter! Gut gehalten.

Melissa McCarthy hat ein unvorteilhaftes Kleid an und sieht vage aus wie eine erdfarbene Freiheitsstatue. Immerhin hat sie ihre Mama direkt mitgebracht, das gibt gute Karmapunkte. Nicht aber für uns, weil Pro7 prompt wieder zu Steven schaltet.

Fehler erkannt, Gefahr gebannt! Rasch wieder zurück an den richtigen roten Teppich, wo auch Kristen Wiig in schlammfarben posiert. Da sieht Tina Fey in lila schon bedeutend besser aus…auch Tim Gunn findet es fabulous. Und wo wir schon von fabulous sprechen, betritt Colin Firth den Teppich. Seine Frau sieht hager aus. Kriselt es da in der Beziehung? Ruf gern an, Colin. Wenn die Leitung natürlich nicht von George besetzt ist.

Ui, der Franzose. Der sieht in Farbe ja ganz anders aus. Und er hat normale Zähne, keine Hollywoodzähne. Wir sind da dafür. Bien joue, Jean, bien joue. Wo der Accent hier auf dem iPad ist, weiß ich leider nicht, das limitiert natürlich meine franzôsischen Exclamationen. Ah, da ist er ja. Jetzt kann es losgéhèn.

Eine Montage über Billy Crystal. Auf meinem Oscarbingo steht ja “Billy Crystal sings” - da habe ich große Hoffnungen drauf.

Uah!!!!!!!!! Auch JLo sieht aus wie Lady Liberty. Wenn ich je zur Verleihung schreite, erinnert mich bitte daran, die Plisseefalten vorher aus dem Kleid herauszubügeln. Aber immerhin sieht sie besser aus als Nick Nolte, den wir erst nach Einblenden der Bauchbinde fehlerfrei erkennen. Gut, diese Benchmark ist nicht hoch.

Und nu Zach Whatsisname. Den man ohne Bart auch nicht erkennt.

Gleich wieder zurück zu Tim, der sich Penelope Cruz im attraktiven Armani-Dress geangelt hat, auch wenn ihre Haare keinen Anklang bei den Mädchen finden. Pro7 schaltet erst mal eine Werbung für Teletext-Porno. Na super, die müssen wir jetzt ca 7 Mio Mal sehen. Wenigstens featured sie nicht Steven Gätjen und ist somit deutlich unterhaltsamer als manch ein “Interview” am roten Teppich.

Jetzt Cameron Diaz, die ausnahmsweise nicht bekifft erscheint, und unter ihrem Kleid ein kleines Spanx mitgebracht hat. Dann Jason Segal, von dem wir nicht genau wissen, warum er da ist. Muppets? Immer eine gute Antwort.

Bradley Cooper trägt einen unkleidsamen Pornstache. Warum, sexiest Man alive? Gwyneth Paltrow ist obskurerweise auch wieder da und sieht aus wie eine große weiße Kakerlake im Stehen. Oder eine Nonne. Oder eine Kakerlake, die so tut, als wär sie eine Nonne.

Anschließend Glenn Close, wo Frau U. auffällt, dass sie diese aus Versehen statt Meryl Streep angekreuzt hat. Ist ja auch Jacke wie Hosenrolle. Nachher gibt das aber kein Pardong.

Nach einem sinnlosen Werbeblock wieder der George. ABC weiß halt, was gut ist. Seine “Freundin” trägt Marchesa und sieht auch gut aus. Rasch für uns Frauen wieder was einblenden!!!! Ah, der Brad, der Pitt. Puh! Grade nochmal gutgegangen.

Nun Sandra Bullock, die vor Elan sprüht, weil sie Steven entgangen ist und keinen sinnfreien deutschen Satz sagen musste. Leider fängt sie vage an, wie Joan Rivers auszusehen…Schluss mit dem Botox, Fräulein Bullock!

Aber jetzt gehts gleich los. Wir nehmen jeder noch ein Häppchen vom reichhaltigen Oscar-Buffet (Schoko-Marshmallow!) und rücken das Oscar Bingo zurecht. Jetzt kann Billy ja kommen (hoffentlich singend)!

Aber es beginnt Morgan Freeman, der uns creepy erscheint, weil Beischlaf mit der Enkelin. Gut, das stört seit Woody Allen auch offensichtlich keinen großen Geist. Dann doch lieber rasch zum Beginn des Einspielers mit Billy C. HaHaHa! Ganz großes Kino. Das geht ja schon gut los. Aha! Und schon kreuzen wir wild auf den Bingosheets, denn Billy stimmt sein berühmtes Oscarmedley an.

Bravo, Billy! Das gibt Szenenapplaus. Und es geht nahtlos weiter mit Tom Hanks, der uns den Oscar für Cinematography präsentiert. In dieser Kategorie, die uns etwas unklar ist, gewinnt Hugo und damit ein Cinematographer, der aussieht wie ein Cowboy. Gleich legt Tom Hanks mit Art Direction nach - in geistiger Umnachtung habe ich hier Midnight in Paris angekreuzt, und Frau D. Harry Potter (weil einziger gesehener Film). Es gewinnt aber Hugo. Immerhin können wir wieder beim Bingo punkten, ansonsten fangen wir an, schwarz zu sehen.

Bevor das Augenlicht aber nachlässt, eine Montage berühmter Filmszenen. Mit unklarem Ziel, wir amüsieren uns aber gut und rufen Adrieeeeeeennne! bis Cameron Diaz und Jennifer Lopez auf die Bühne treten (2 Felder im Bingo! 2 Brüste in/aus JLos Kleid), und Best Costume Design präsentieren. Das gewinnt The Artist. Best Makeup folgt thematisch auf dem Fuße. Auch hier haben Frau D. und ich Harry Potter. Weil wir es können! Aber der Oscar geht an die Iron Lady. Weia!

Und wieder eine Montage. Nu ja, so geht die Zeit auch rum.

Sandra Bullock präsentiert den Foreign Language Film. Auf Deutsch! Irgendwo hinter dem Kodak Theater bricht das Herz von Steven Gätjen in tausend Stücke. Der Preis geht an den Iran. Der Iraner verliest ein politisches Statement, das zum Glück keiner versteht, weil er nuschelt. Die Amerikaner applaudieren höflich.

Dann wieder was fürs Auge: Christian Bale sieht im schwarzen Anzug super aus und präsentiert die Supporting Actress. Und den gewinnt Octavia Spencer, die ihn sich redlich verdient hat, spätestens seit der Konversation mit Steven Gätjen. Trotz oder gerade wegen der weinenden Frau Spencer kennt Frau U. keine Gnade und ruft das erste Bingo! des Abends aus.

Anschließend ein Sketch über eine Fokusgruppe. Jaja, so sind sie, die Probanden, ich würde auch darüber lachen, wenn ich mir das nicht täglich anhören müsste.

Dann präsentiert Tina Fey mit Bradley Cooper Film Editing, eine Kategorie, in der wir alle versagen, weil The Girl With the Dragon Tattoo gewinnt. Die Gewinner sind aber genau so überrascht wie wir und haben keine Rede vorbereitet. Auch bei Sound Editing hauen wir total daneben. Hugo! Werden diese Oscars ausgewürfelt? Schiebung! Die Soundleute haben wenigstens vorher was geraucht. Vielleicht können wir wenigstens beim Sound Mixing punkten? Nein, es gewinnt wieder Hugo. Na, wenigstens nicht Michael Bay, insofern haben wir alle irgendwie ein bisschen gewonnen.

Jetzt: Memorable Movie Moments (alliterativ!) interpretiert vom Cirque du Soleil.

Billy Crystal macht Witze über alte Zielgruppen…ohne dabei eine Miene zu verziehen. Badabum badabing! I will be here all week. Try the veal.

Nun ein schrecklich unkomischer Sketch mit Frau Paltrow und RDJ, der sich spätestens jetzt den Drogen wieder zuwendet. Best Dokumentary gewinnt der Footballfilm Undefeated. Den Frau D. angekreuzt hat, weil sie ihn laut Titel für einen Irakfilm hielt. Egal, Punkt ist Punkt.

Wir halten den Gedanken fest, als Chris Rock die Bühne betritt und Best Animated Picture an Rango vergibt. Dass man dabei Gore Verbinskis gutaussehenden Sohn einblendet, ist aus unserer Sicht auch nicht verkehrt.

Der Trailer für Kung Fu Panda 2 in der Werbepause wirft in unserer Runde die Frage auf, ob man zum Genuss dieses Films den ersten Teil gesehen haben muss, weil die Handlung aufeinander aufbaut…der Konsensus ist allgemeines Gelächter.

Best Visual Effects wird von Ben Stiller und Emma Stone präsentiert. Den muss der Potter jetzt aber holen, hilft alles nix! And the Oscar goes to…Hugo!!! Wat denn, wat denn.

Vielleicht hilft uns ja die Kategorie “No Oscar for Old Men” aka Best Supporting Actor weiter. Nee, war nur Spaß, wir haben alle alte Männer angekreuzt, weil lange Jahre mit der Academy uns gelehrt haben, dass da die Erfolgsquote hoch ist. Und bitte: Christopher Plummer. Die 50% von uns, die den richtigen Alten gewählt haben, jubeln. Nick Nolte schaut säuerlich. Komm du erst mal in das Alter. Christopher Plummer macht uns vor, wie man richtig eine Dankesrede hält und wir applaudieren spontan.

Billy Crystal macht noch ein paar Witze über alle Anwesenden, und dann kommt auch schon der Moment auf den alle Anwesenden gespannt warten: Die Rede vom Präsidenten der Academy. Nein, natürlich nicht. Wir warten alle auf die Montage mit den Verstorbenen. Aber erst gibts noch was mit Musik. Und den Best Score vergeben Penelope Cruz und Owen Wilson (”Heute mit Deppenfrisur” - “So wie immer?”). An The Artist. Der Franzose faselt wild.

Wir freuen uns auf Will Ferrell und Zach Whassname. Die enttäuschen uns auch nicht und haben große Schellen dabei, die sie mit Gusto zusammenschlagen. Best Original Song wird das Lied aus den Muppets, auch wenn wir spontan zum (unbekannten) Rio-Lied schunkeln.

Angelina Jolie reißt sich für 5 Minuten von der Seite von Brad Pitt los, um Best Adapted Screenplay zu präsentieren. Den Oscar kriegt Alexander Payne, und auch hier hat die Menschheit schon allein dadurch gewonnen, dass wir nicht Aaron Sorkin auf der Bühne sehen müssen. Original Screenplay gewinnt Woody Allen. Der folgende Aufschrei scheucht die Katze aus dem Zimmer. Aber das hatten wir uns ja schon zu Beginn bei Morgan Freeman gedacht, dass das so laufen würde. Nächstens gewinnt noch Roman Polanski was. Oder Chris Brown.

Während wir uns noch fragen, warum Milla Jovovich so weit vorn sitzen darf, springt sie spontan auf die Bühne. Aha, sie hat die technical Awards präsentiert. Das interessiert auch alle brennend. NOT!!

Die Bridesmaids-Mädels präsentieren den besten Kurzfilm. Den gewinnt eine dicke Frau mit The Shore. Finden wir gut. Suck on that, deutscher Unsympath. Auch wenn wir die Tubapunkte nicht einsacken können. Dann Documentary Short. Das gewinnt Saving Face. Den hat auch irgendwie keiner auf dem Schirm. Vielleicht reißen wir beim animierten Kurzfilm ja was…und in der Tat hat der lustige Titel mit den fliegenden Büchern uns allen einen Punkt eingebracht.

Als Michael Douglas auf die Bühne kommt, vermutet Frau C. endlich die langerwarteten Toten. Statt dessen kriegen wir Beste Regie. Wenn da Woody Allen auch gewinnt, muss die Katze wieder um ihr Trommelfell fürchten. Lauf kleine Katze…nein, der Franzose gewinnt und Herr Douglas hat den Namen von Herrn Hazanavicius schön auswendig gelernt. Der dankt dem kleinen Hund - zu Recht!! Wo ist eigentlich der heute abgeblieben?

Meryl Streep sieht fantastisch aus in einem goldenen Kleid. Frau C. ist davon so abgelenkt, dass sie verpasst, dass wieder obskure Awards verliehen werden, und ist beim diesbezüglichen Einspieler bestürzt, dass Oprah Winfrey und James Earl Jones verstorben sind. Nein, Frau C., da sind wir noch nicht…aber nach der Werbepause ist es so weit.

Letztes Jahr scheint ein schlechtes Jahr für alte Filmschaffende gewesen zu sein, wenn man nach der Länge des Einspielers geht.

Noch 4 Awards! Das kann dauern. Immerhin konnte ich einwandfrei im Einspieler Patton Oswalt identifizieren.

Aber jetzt kommen wir zum Best Actor. Ha, der Franzose hat eine Simultandolmetscherin dabei, weil er kein Englisch kann. Und der George, der Brad und der Gary…da kann man eigentlich fast nichts falsch machen. And the Oscar goes to…Jean Dujardin. Der spontan sein Englisch auf einem Zettel wiederfindet. Und auch noch ein bisschen Französisch.

Vorlast but not vorleast: Best Actress. Mit Colin Firth! Das erfreut das müde Auge. Auch hier kann man fast nichts falsch machen bei der Konkurrenz. Und es gewinnt…Meryl Streep, die sich ja in weiser Voraussicht schon in das goldene Kleid geworfen hat, damit das neue Accessoire gut dazupasst.

Und nu am Ende des Abends bzw. zu Beginn des neuen Tages Mr. Tom Cruise mit dem Best Picture: The Artist. Da haben wir auch alle nix dagegen und so kann der Oscarabend mit dem kleinen Hund zu Ende gehen. Gute Nacht und auf Wiedersehen in 2013, wenn es wieder heißt: ob Billy Crystal heute wieder singt?

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The Lincoln Lawyer

June 4th, 2011 · 1 Comment

Nach langer Zeit mal wieder in die Sneak gegangen. Da hat man vorher ja immer die höchsten Hoffnungen, was man da wohl tolles sehen mag. Leider kommt dann gerne mal der Film dazwischen, so auch heute, wo bereits beim Vorspann mit “Matthew McConaughey” die Hoffnungen verfliegen wie die Spinnweben beim Altweibersommer.

“The Lincoln Lawyer” heißt das Machwerk, na, zumindest keine alberne Actionkomödie, das ist doch schon mal was. Leider beginnt der Film mit einer so schlimmen Wackelkameraführung, dass ich erst einmal 10 Minuten die Augen zumachen muss, damit ich dem Vordermann nicht ins Genick brecke, und damit völlig verpasse, warum Matthew mit John Leguizamo wackelig durchs Gericht hetzt.

Anschließend stellt sich sogleich heraus, dass MMC kein Büro hat, sondern in einem Auto arbeitet (hence the name). Warum, wird uns nicht erklärt - vermutlich, damit er mit dem Auto durch die Löcher im Plot fahren kann. MMC verteidigt gerne mal den Abschaum der Gesellschaft, wird uns nähergebracht, ist dabei aber ein Super-Typ (gut, ein leichter Hang zum Alkoholismus, aber das stört ja keinen großen Geist) und kann sowohl mit der Biker-Gang abhängen als auch mit der heißen Staatsanwältin flirten (Ex-Frau!), bevor ihn sein Driving-Miss-Daisy Chauffeur zur Hiphopmusik aus dem Auto wirft.

Kurz bevor uns die Klischees und/oder die gähnende Langeweile zu übermannen drohen, geht es aber ab ins Gericht: Ein reicher Bubi ist angeklagt, eine Frau überfallen zu haben. MMC übernimmt sogleich die Verteidigung. Da der reiche Bubi Ryan Philippe ist, denken wir uns unser Teil ob der Sinnhaftigkeit dieses Unternehmens, und fragen uns, ob im Casting-Büro unter “Reicher Schnösel wo Dreck am Stecken hat” Ryan Philippes Nummer in der Kurzwahl eingespeichert ist.

Jedenfalls geht das dann hin und her und her und hin und LABERRHABARBER MICHAELBALLHAUSGEDÄCHTNISKREISEL IM GERICHT LABERRHABARBER ist er schuldig? Nein! Doch! Nein! Doch! Oh!!!!

So richtig spannend ist das eigentlich nur, wenn man noch nie auf RTL2 die 10. Wiederholung der Pelikan-Akte gesehen hat. Glaubt einer ernsthaft, dass der Film mit dem lustigen Buckelfips-Anwalt übel ausgeht? Allerdings sollte man beim Kinopublikum vermutlich vom geringsten gemeinsamen Nenner ausgehen. So saß ich z.B. bei besagter Pelikan-Akte im Kino; vor dem Film wurde aus irgendeinem Grund der eigene Trailer gezeigt, was dann zu Folgendem führte:

Trailer: *Typ geht zum Auto*
Bombe: EXPLOSION!!!!
Publikum: NEIN OMG *gasp*

15 Min. später

Film: *Typ geht zum Auto*
Bombe: EXPLOSION!!!!
Publikum: NEIN OMG *gasp*
Mon: ???

Insofern kann man getrost alte Plots aus der Mottenkiste holen, erinnert sich nach einer halben Stunde eh keiner mehr dran. Also, was ich damit sagen will; der Plot von Lincoln Lawyer ist mal ordentlich angestaubt.

Die Langeweile lässt immer dann kurz nach, wenn wieder ein neuer Gaststar auftritt, der sich redlich müht (William H. Macy, muss halt auch die Miete zahlen!). Ryan Philippe allerdings karikiert sich irgendwie selbst (vermutlich den ganzen Weg zur Bank), und guckt irgendwie mürrisch, dass ihm den Film über die weiße Katze zum Streicheln fehlt, sowie der Zwirbelbart zum hämisch zwirbeln.

Und alle paar Szenen geht es wieder in den Gerichtssaal, wir kreisen, wir kreisen, noch ne Runde, wer hat noch nicht, wer will noch mal, junger Mann zum Mitreisen gesucht, rück- rück- rück- rück- RÜCKWÄRTS!!!! Buah…is mir übel!

Hat jemand “Klischee” gerufen? Einen hab ich noch: immer wenn man denkt, der Film sei zu Ende, geht es WEITER UND WEITER UND WEITER. Und am Ende freuen wir uns alle, wenn der Baseballschläger zum Einsatz kommt, denn Gewalt ist immer gut, wenn sie denn nur die Richtigen trifft.

Naja, mein Film war das nicht wirklich: 3 von 10 John-Grisham-Ersatz-Punkten von der Jury aus Neuhausen. (full disclosure: Gerichtsmovies sind nie so meins)

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Escher

May 20th, 2011 · 1 Comment

Habe mir bei der Post den praktischen Zugang zu einer Packstation beantragt, weil ich nie zu Hause bin, wenn der Paketbote kommt und die Post nur zu Zeiten aufhat, wo ein arbeitender Mensch keine Zeit hat.

Habe dabei natürlich nicht bedacht, dass man die Packstationszugangsberechtigungskarte nur bekommt, wenn der Paketbote sie vorbeibringt. Da war ich natürlich nicht zu Hause (siehe oben), und die Post hat natürlich nur zu Zeiten auf, wo ein arbeitender Mensch keine Zeit hat (siehe oben). Das kann dauern.

In other news habe ich mal wieder den Zugangscode zu meinem Online-Zweit-Bankkonto vergessen sowie den Zugangscode zu meinem Online-Versicherungskonto sowie den Zugangscode zu meinem Online-Kreditkartenkonto. Diese Zugangscodes werden natürlich nie praktisch per E-Mail verschickt, sondern immer umständlich und langdauernd per Snail Mail. Was dazu führt, dass ich den Wisch, auf dem mein Zugangscode steht, nicht praktisch online abgespeichert habe, sondern offline jedes mal verschludere und einen neuen beantragen muss. GOTO 10

Aber immerhin habe ich die Gewissheit, dass böse Versicherungsbetrüger so nicht die Beitragsrechnung von meiner Haftpflicht bezahlen können. Gut, sie können ungehindert von meinem Kreditkartenkonto ihren Urlaub in Aruba abbuchen, weil ich den Kontoauszug nie überprüfen kann, aber das stört ja keinen großen Geist.

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Grand Prix Eurovision 2011

May 14th, 2011 · 5 Comments

So, der Käseigel ist bereitet:

KÄSEIGEL 2011

und wir warten gespannt darauf, dass es mit dem Grand Prix Eurovision losgeht!

Aber vor den Grand Prix haben die Götter die Pre-Show gesetzt, die auch gleich ohrenbetäubend mit dem Xavier Naidoo beginnt, den keiner von uns so recht leiden kann. Zum Glück sind wir noch damit beschäftigt, die Kategorien für das nachfolgende Voting festzusetzen. Wir einigen uns auf “Kostüm”, “Lied”, “Special Effects” sowie “Gesamtauftritt”. Hoch die Tassen mit der Erdbeerbowle!

Man informiert uns, dass das nicht nur der Xaver war, sondern die gesamten Söhne Mannheims - sind da ein paar von der Bühne gefallen? Das waren doch mal mehr. Anschließend der Moderator: Wo ist Georg Uecker? Statt dessen moppelt Matthias Opdenhövel (sp?) leicht angeheitert vor sich hin. Anschließend eine Vor-Ort-Moderatorin und Lena, die auch nicht mehr den nüchternsten Eindruck machen. Wo ist die Bowle, damit wir mithalten können?

Die Sängerin der Band Friedagold (sp?) hat ihre Hose zu Hause vergessen, dafür aber etwas auf dem Kopf, was uns spontan an die Royale Hochzeit erinnert. Wo wir nämlich extra für solcherart Kopfputz das neue Wort “Fascinator” gelernt und uns gemerkt haben.

Gleich folgt eine Schalte zu Stefan Raab, der auch schon die eine oder andere Bowle probiert hat und sich an die Moderateuse lehnt, die aussieht, als hätte sie sich ein rotes Handtuch umgewickelt. Gut, dass es hier noch keine Punkte fürs Kostüm zu vergeben gibt. Daneben Anke Engelke und die Moderatorin, die keiner kennt. So ne Blonde.

Dann wieder zurück nach Hamburg zu Leuten, die wir nicht kennen. Nein, stimmt nicht: Frau C. als Radio-Expertin hat natürlich gleich erkannt: Aloe Black. Der würde mit seinem Lied sofort den Grand Prix gewinnen, aber darf leider nicht mitmachen. Warum er da ist, weiß keiner, es wirft aber die Frage auf, ob man wie bei der Nationalmannschaft deutscher Staatsbürger sein muss, um für uns beim Grand Prix mitzusingen. Frau U. recherchiert. Wir finden heraus, dass man mindestens 16 Jahre alt sein muss, nur 6 Personen auf der Bühne sein dürfen, und Tiere von der Teilnahme ausgeschlossen sind. Pech für Bibi Blocksberg, die Söhne Mannheims und Benjamin Blümchen. Von der Staatsbürgerschaft steht da aber nix.

Ein kleiner Vor-Schnelldurchlauf. SPOILERS!!! LALALA!!! Für Finnland muss man aber offensichtlich eine neue Kategorie einführen: “Bubibonus”.

Die Frau ohne Hose hat sich jetzt eine geschmacklose welche übergestülpt, so dass man hoffen würde, sie würde sie wieder ausziehen. Daneben die Sängerin von Juli, die man mit frischgefärbten Haaren fast nicht erkennt. Vielleicht besser so, denn ihr Augenmakeup führt sicher dazu, dass an der Kreuzung Autos ineinander fahren, und dann ist es ja besser, man kann sich unerkannt aus dem Staub machen.

Next: Ina Müller singt. Wir stürzen uns auf den Käseigel-Rest.

Danach kommt Laith Al-Deen aus Hannover, Frau C. als Wissensexpertin ist von “WER isn das jetzt????” schon vage genervt, und wir stellen fest, dass wenn man den beim Geräuschpegel von 8 Mädchen ausspricht, hört er sich an wie “Maybelline”. Maybe he’s born with it.

Ui, das Wort zum Sonntag. Das heißt, es geht gleich los! Des Pastors spiegelnder Kopf fügt sich harmonisch in die blinkende Deko ein. Leider hören wir nicht, was er uns an Seelenbalsam anheim stellt, weil wir uns über seine merkwürdig geformte Hand unterhalten.

Noch einmal eine Schalte zu den Pappnasen nach Hamburg (ja, der Sänger von den H-Blockxx (sp?) ist alt geworden), und dann…

JETZ GEHTS LOHOS. JETZ GEHTS LOHOS.

Und wie immer mit Peter Urban. Hallo, Peter! Dann die Moderatoren. Die Dingens, die Blonde hat sich mal ordentlich aufgebrezelt. Sieht ein bisschen aus wie die Freiheitsstatue. Die Anke sieht aus wie Elmo. Oder wie Björk mit dem Schwan, nur in rot. Stefan Raab steht in der Mitte.

Wieso müssen die Moderatoren singen? Wir fremdschämen uns und ich muss Frau C. daran hindern, sich mein iPad ans Hirn zu schlagen. Wie wenn einer mit dem Messer hinten rein…MIT DER SCHNEESCHAUFEL IN DEN RÜCKEN.

Stefan Raab hält sich schon mal nicht an die 5 Personen Regel. Aber er singt ja auch außer Konkurrenz. Frau J. betont, dass sie für dieses Lied keine Punkte gibt. Nur Frau S (II) groovt mit. 1 out of 7 are happy, sagt da die Statistik. Auch die Dingens, die blonde Moderatorin singt. Ich finde, die sieht vage aus wie Dana International. Leider haben wir heutzutage zu schnell Zugriff auf Google, wo schnell herauskommt, dass das doch eher inkorrekt ist. Immerhin finden wir so auch heraus, wie Peter Urban aussieht.

PY RO TECH NIK - und die Telefonleitungen sind freigeschaltet. Jetzt schon? Wir wissen doch noch nix. Aber da geht es los mit dem ersten Beitrag.

Finnland: Paradise Oscar mit Da Da Dam

BUBIBONUS x3!!!!! Oooooh!!! Wo ist mein Telefon??? Naja, er singt ein bisschen schief, und fürs Kostüm können wir ihm auch nicht allzu viele Punkte geben. Aber hinter ihm geht die Erde auf dem Bildschirm auf und seine Botschaft ist irgendwie “Ohne Atomstrom” und das trifft ja den Puls der Zeit. Wir singen mit UND JETZT ALLE “Dadadam”. Frau U. notiert bei “Gesamteindruck” “Prince Harry”. Wie das in Punkte umzurechnen ist?

Bosnien-Herzegovina: Dino Merlin mit Love in Rewind

Au unsere Ohren!!! Der Dino hat die 6 Leute voll ausgereizt, da die aber alle hässliche Kostüme tragen, gibt das nicht viele Punkte. Der Auftritt ist ein bisschen wie eine bosnische Kelly-Familie. Frau E. findet den bosnischen Charme gar nicht so schlecht und das Lied ist auch besser als das öde Ding von den Finnen. Auch wenn wir nicht genau wissen, in welcher Sprache sie singen. Und dann, am Ende: Pyrotechnik. Das bringt einen Punktebonus! Wir korrigieren nach oben.

Dänemark: A friend in London mit New Tomorrow

Wir erinnern uns fondly an die Zeit, als Frau U. verzweifelt versuchte, für die Olsen-Brüder anzurufen, weil ihr die armen alten Männer so leid taten.

Jetzt haben die Dänen ein paar hochgegelten Typen an den Start gestellt, die “Herz an Herz” singen. Die Dänen sehen ziemlich gut aus, was wir mit in die Kostümpunktzahl einrechnen, aber das Lied ist schnarchig öde. Trotzdem sprintet der Gitarrist/Sänger über die Bühne, dass das rückenfreie Hemd im Wind weht. AAAAH! Wir geben Kostüm-Punktabzug. Das ist doch hier kein Eiskunstlauf.

Litauen: Evelina Sasenko mit C’est Ma Vie

DÄ-PRÄÄÄÄ-SSSSION!!!!!!! DÄÄÄÄÄÄÄÄ-PRÄÄÄÄÄÄÄ-SSION!!!!! Wir leiden mit und hoffen, dass bald die französischen Revolutionäre ihre Fahnen schwingen. Allons enfants! Der 80er Jahre Richard Clayderman haut in die Tasten, aber das gibt keine Punkte. Die Performance in der Gebärdensprache ruft die Diskussion hervor: Sind das Special Effects oder muss das zu Auftritt gezählt werden? Naja, uns hat das alles nicht so zugesagt.

Ungarn: Kati Wolf mit What About my Dreams?

Kati sieht vage aus wie die ungarische “Zieh mich flott an-Barbie”, hat die Kronjuwelen an die Hand geschmiedet, und sich den Rocksaum hochgesteckt und über den Ärmel gehängt. Dann gehts los mit flottem 80er Jahre Discopop, dass die Halle tobt. Hintendran steppen die Backgroundtänzer. Singen tut sie nicht so schlecht, irgendwie wie Celine Dion. Aber uns fehlen dann doch die Special Effects. Ein bisschen Pyrotechnik hätte dem Auftritt gut getan. Halt! Da erstrahlen die Tänzer im Leuchtanzug.

Irland: Jedward mit Lipstick

Jedward punkten bei uns sofort mit 1a Show, wild enthusiastischem Hüpfen, sowie Kostümen, die vage aussehen, als wären die beiden vom Starlight Express entkommen. Auch das Lied geht ins Ohr. LIP-STICK! Bislang unser Favorit. Das Lied ist wohl von Schweden geschrieben, sagt Frau C. - die wissen halt, wie das geht, die Schweden. Und dann noch als Abschluss die Konfettikanone: JUHU!!!! Wir programmieren die Nummer für die Dauerwahl ins Handy.

Schweden: Eric Saade mit Popular

Der Schwede sieht laut Aussage von Frau C. aus wie ihr Sporttrainer, woraufhin wir uns alle zum Training anmelden. Er fragt uns “When will I be popular?” Wir antworten mit “Probably never”. Nein, es war gar keine Frage, wir haben das mit “When will I be famous” verwechselt. Aber die Nummer ist irgendwie schmissig. Die Choreo erinnert uns spontan an japanische Boybands, Frau C. und ich geben Extra-Punkte für die Durchführung der Kobra. Dann zertrümmert der Schwede auch noch einen Glaskasten auf der Bühne, was für eine Performance. Das wird schwierig mit der Entscheidung später.

Estland: Getter Jaani mit Rockefeller Street

Da jagt ein Beitrag den anderen!! Getter Jaani sieht genau so aus wie die ungarische Barbie oder war das Litauen? Jedenfalls ist sie aber nicht blond und ihr Lied hört sich an, als müsste man dazu im Stechschritt marschieren. Das ist nix. Auch das Kostüm ist hässlich, nein, da können auch die vier Tänzer auf der Bühne, die wie Marionetten schaukeln, nichts mehr retten. Vielmehr ganz im Gegenteil: Die ganze Performance ist ein bisschen, als wäre man mit Alice im Wunderland in einem Alptraum gefangen. Gänsehaut haben wir nicht als Kategorie, und so bringt das keine Punkte.

Griechenland: Loukas Yorkas feat. Stereo Mike mit Watch my Dance

Opa!!! Peter Urban kündigt uns die Nummer als besonders spektakulär an. Da sind wir ja gespannt. Stereo Mike rappt erst mal, dass sich die Düsseldorfer Balken biegen, eieiei, da dreht sich Nate Dogg im Grabe um. Dann singt einer scheusslich schief zwischendrin. Spektakulär, Herr Urban? Spektakulär scheußlich. Sprechgesang für Arme - für arme Länder, die sich kein richtiges Lied leisten können, spekulieren wir. Jetzt kann nur noch helfen, wenn sich der Sänger das letzte Hemd vom Leibe reißt. AH! Ein bisschen Pyrotechnik können sich die Griechen offensichtlich doch noch leisten. Naja, ein paar Performance-Punkte gibt das dann schon.

Russland: Alexej Vorobjov mit Get You

Da erspähen wir schon Blitze im Hintergrund…das macht Hoffnung: auch wenn der Alexej vor sich hin jammert, vermuten wir, es wird schon noch. Der Russe hat vier seiner Freunde mitgebracht, die 1a die Choreo asynchron mittanzen. Das Lied ist leider ganz schlimm und das Englisch auch nur ganz vage. Da hilft auch nicht, dass Alexej das Hemd bis zum Nabel aufgeknöpft hat. Und dass die Sängerknaben “A L E X” hinten auf dem Hemd leuchten haben. Ob Leuchthemden dieses Jahr das erfolgbringende Thema sein werden?

Frankreich: Amaury Vassili mit Sougnu

Aaah!!! Andrea Bocelli in unblind mit einem toten Tier auf dem Kopf und in Italienisch. Was? Italienisch? Oder was? Vielleicht ist er ja doch blind, weil die Frisur kann sich keiner ernsthaft wirklich hinbürsten. Die Performance ist total lahm, auch wenn im Hintergrund der Bildschirm in allen Technicolorfarben strahlt. Selbst die abschließende Pyrotechnik erinnert eher an ein Tischfeuerwerk, was man bei Schlecker gekauft hat. Nein, das hat uns nicht gefallen.

Italien: Raphael Gualazzi mit Madness of Love

Das ist ein schönes Lied. Dubidu!!! Da wippen die Köpfe, da swingen wir im Takt. Wir wollen gleich ein Tiramisu und einen Sprizz und in Rom die Straße langflanieren. Ein bisschen hört sich das auch an wie Aristocats, das erfreut das Disney-affine Herz einiger Anwesender. Er spielt auch selber Klavier. Wir lassen das als Special Effect durchgehen. Und der Italiener sieht auch sympathisch aus - spontaner Szenenapplaus! Wir merken ihn uns mal für unsere Kurzwahl vor. Bis auf Frau C., der ein Paolo Conte für Arme nicht gefällt.

Schweiz: Anna Rossinelli mit In Love for a While

Hop Schwyz! Aha - zu dem Lied machen wir immer Cooldown beim Step-Aerobic. Merkwürdigerweise hat sich die Anna ein Joan-Collins-Kleid aus den 80er Jahren angezogen. Das ist natürlich nicht so schön. Das Lied ist wie eine Mischung aus Jack Johnson & Cobie Callay. Das macht es nicht besser, auch wenn Anna singen kann. Naja, ein bisschen langweilig. Im Hintergrund die Projektion hingegen ist wie Super Mario, das passt nicht so richtig zusammen.

UK: Blue mit I Can

In freudiger Erwartung singen wir alle so enthusiastisch “BREATHE EAAAAASY”, dass die Katze sich flugs ins andere Zimmer aufmacht. Blue haben hinter sich schon mal Nacktfotos aufgehängt, ei, warum auch nicht. Wir können alle noch die Namen von den Blue-Jungs auswendig. Ob das weiterhilft beim Voten nachher? Live ist das Lied leider ein bisschen öde. Ui, die Fotos hinten bewegen sich. Wie bei Harry Potter. Zählt das als Special Effects? Und gibt es Extra-Kostümpunkte, wenn man nur eine Weste anzieht? Der Konsens im Raum tendiert zu ja. Frau D. findet auch, dass “Ohne Hemd” durchaus in die Kategorie “Special Effects” fallen kann. Anschließend noch Feuerwerk, und die Punktekategorie ist abgeräumt.

Moldawien: Zdob și Zdub mit So Lucky

Moldawien ist lt. Frau D. das ärmste Land Europas. Oh je, warum haben die alles für den Grand Prix rausgehauen? Und ihren Performern haben sie Mützen gehäkelt, dass die aussehen wie aggressive Punk-Gartenzwerge. Naja, so kann man auch sicher sein, dass man den teuren Contest im nächsten Jahr nicht ausrichten muss. Eek! Da fährt eine Frau mit dem Einrad über die Bühne. Frau C. ertränkt ihren Kummer in einem neuen Glas Bowle. Dafür zahlen wir keinen Rettungs-Solidaritätsbeitrag, Herr und Frau Moldawien! Der Stroboskop-Effekt im Hintergrund sorgt zudem dafür, dass alle Epileptiker nicht anrufen können.

Deutschland: Lena mit Taken by a Stranger

Wir kennen das Lied alle gar nicht, irgendwie. Hinten tanzen kleine Spermien, ob das was mit dem Lied zu tun hat? Das Lied plätschert öde vor sich hin. Wir fürchten, dass da auch keine Pyrotechnik kommen wird. Dafür hat also Deutschland abgestimmt… Zum Glück müssen wir das nachher nicht. Lena macht einen auf Sexi Hexi. Das reicht für uns nicht. Frau J. rechnet nach: Nur Litauen hat auf ihrem Voting schlechter abgeschnitten. Peter Urban hingegen ist begeistert. Hoffen wir mal, dass wir kein Maßstab für den Musikgeschmack Europas sind.

Rumänien: Hotel FM mit Change

Der Sänger hat eine karierte Weste an und Jürgen Drews am Piano mitgebracht. Das Lied swingt happy vor sich hin. Dum di dum, change the world. Naja, richtig ausschlaggebend ist das alles nicht. Irgendwie belanglos. “Das Lied kenn ich” “Ja hab ich schon irgendwann mal gehört” “Jetzt alle mitklatschen”. Hm, ich weiß nicht so recht. Special Effects sind da auch keine.

Österreich: Nadine Beiler mit The secret is love

Nadine sieht aus wie Mireille Mathieu und singt ein Lied, das wir alle schon aus dem Musical kennen. Nein, von Mariah Carey. Da fällt spontan das Videosignal aus. Und Bodennebel kommt auf. Seltsam, im Nebel zu wandern! Leider singt die gute Nadine auch ein bisschen schräg, das ist nicht so wirklich unseres. Peter Urban hat hingegen wieder pures Gold gehört, wir wissen auch nicht, was der vorher geraucht hat.

Azerbaijan: Ell/Nikki mit Scared

Ell/Nikki beginnen ihre Performance mit der Kobra. Aber das hebt das öde Lied nicht in den Punktehimmel, den uns das Pseudo-Raumschiff auf der Bühne signalisiert. Nikki sieht aus wie J/Lo, nur leider ist diese 10 Jahre älter. Lauf, Ell, lauf!! Dann geben wir dir auch Bubibonus. Dafür hat sie eine ordentliche Windmaschine mitgebracht. Und ihr Kostüm ist ganz ordentlich, weiß und wallend. Und Goldregen-Special Effects - das gefällt uns.

Slowenien: Maja Keuc mit No One

Der doppelte Michael-Jackson-Gedächtnis-Handschuh!! Das Kostüm sieht insgesamt aus wie eine alte 70er Jahre-Lampe. Frau E. erkennt auch deutlich ein Kettenhemd. Maja macht ein bisschen auf X-Tina. Das reißt die scheussliche Performance nicht raus, vom Lied ganz zu schweigen. Frau J. hat einen neuen Besetzer für den letzten Platz gefunden, auch Frau S. ist ungnädig gestimmt. “Unaussagekräftig” notiert Frau U.

Island: Sjonni’s Friends mit Coming Home

Oooh! Ein kleiner Isländer! Bubi-Bonus x2!!!! Da ist natürlich die traurige Geschichte, dass der Original-Sänger verstorben ist, die zieht natürlich nochmal auf dem Mitleidsfaktor. Da schmelzen Mädchenherzen. Bis auf Frau S. und ich, wir sind hart im Herzen und mögen das Lied auch nicht so. Aber was ist schon unsere Meinung vor dem Faktum der putzigen Isländer. Und wat Dicken ham die auch dabei! Sonst sind die Dicken ja so unterrepräsentiert hier. Die Mädchen applaudieren spontan.

Spanien: Lucia Perez mit Que me quiten lo bailao

Die Spanierin schwenkt ihren Poppes, dass man gleich die Bux sieht. Das ist uns zu klischeehaft. Ayayay!!! Wenigstens hat sie Spaß an der Performance. So heißt ja auch das Lied. Am Ballermann kann das sicherlich punkten, aber nicht vor unsern ungnädigen Augen. Gut, ein, zwei Punkte für das Feuerwerk, aber insgesamt Satz mit X!

Ukraine: Mika Newton mit Angel

Ui, die Sandmalerin!!! Toll!!!!! Die Performance polarisiert, so richtig mitreißend ist das Lied nicht. Aber die Frau sieht natürlich ganz gut aus. Singt in allen möglichen ultrasonaren Tonhöhen…Frau S. weint fast schon.

Serbien: Nina mit Caroban

Nina sieht aus wie Twiggy. Oder ein bisschen wie die eine Travestietruppe damals, die vage an Stewardessen erinnert. Das Lied ist ein bisschen 70er Jahre-mäßig und swingt psychedelisch vor sich hin. Ja, das passt ganz gut: “Da ist ein roter Faden da!” finden wir. Die Mädchen hüpfen bonbonrosa und fröhlich über die Bühne. Ein guter Mittelplatz!

Georgien: Eldrine mit One More Day

Die Sängerin sieht ein bisschen aus wie eine Kreuzung aus Amy Winehouse und Liliana Mathäus, die Band tönt wie weiland Nu Pagadi, falls sich an die noch jemand erinnern mag. Ai!!! Ein blutarmer Rapper, dem man nicht im Dunkeln begegnen will. Wir haben ein bisschen Angst vor dem Lied. Und ein wenig Übelkeit kommt auf, was auch auf die wilde Kameraführung der ARD zurückzuführen sein mag. Immerhin hat man sich mit den Kostümen Mühe gegeben.

War’s das schon? Jetzt müssen wir entscheiden, für wen wir anrufen. Zwei hin und drei im Sinn!

Meine Top3:

- Irland (das springt)
- Schweden (das tanzt schön im Takt)
- Italien (das swingt)

Die Low3:

- Slowenien (das schmerzt im Ohr)
- Moldawien (die 7 Zwerge?)
- Frankreich (was waren das für Haare???)

END OF VOTING!!!

Das Kleid von Anke ist ganz scheusslich. Da sieht sie aus, als hätte sie eine Hängebrust. Wo sie doch überhaupt keine Brust hat. Dafür hat die Dingens, die Blonde, immer noch keine Daseinsberechtigung.

Hey, darf ich retrospektiv nochmal für Jan Delay anrufen? BESITZE KEINE ENERGIESPARLAMPE!! DÜSSELDORF, ALDA!

Frau U. denkt, dass sie Herrn S. im TV erspäht hat. Neben einer Blondine. Vielleicht Frau J.? Ich habe zu spät hingeschaut und kann nichts verifizieren.

Wieder Moderation. NOT FUNNY!!! Wadde hadde dudde da, Stefan? OMG SO VIEL FREMDSCHÄMEN. Naja, immerhin das Bühnenbild ist spektakulär. Alles von unseren Rundfunkgebühren bezahlt!!!

Dann kann’s ja jetzt losgehen mit der Punktevergabe. Zuhufällig ausgelost, sagt Anke. Vorher hat natürlich Ina Müller schon gesagt, sie sei die 19. ZUFÄLLIG natürlich.

Geht los mit Russland. EIEIEI, was ist das für ein Knilch mit Hut. Die Russen geben 12 Punkte an…Azerbaijan. Frau S. agrees.

Next: Bulgaria. Da haben wir ja keinen Stich ohne die Dingenskirchen von No Angels. Und die 12 Punkte gehen an…UK. I can and I will. Hauptsache, wir sehen Blue ohne Hemd im Greenroom.

Die Niederlande. Mit Dana International. Nein, es ist nur eine holländische Barbie mit geringem Echtheitswert. Und 12 Käse-Punkte an: Dänemark. Rückenfrei, da stehen die wohl drauf, die Holländer.

Italien wartet mit einer Oma-Domina auf. Die gibt 12 Punkte an Rumänien. Allerdings auch 8 Punkte an Moldawien. WTF ITALIEN GARTENZWERGE?

Zypern. Ja, da weiß man eh, dass die 12 Punkte nach Griechenland gehen. NEXT!

Ukraine: Ruslana, wir erinnern uns an die Fell-Performance. Die 12 ukrainischen Punkte gehen an Georgien. Brutalo-Gothic kommt eben in Russland immer gut an.

Die armen Finnen haben bislang noch keine Punkte. OOOOH DER ARME BUB. Die Finnen geben ungewöhnliche 12 Punkte an Ungarn. Sprachgemeinsamkeiten?

Norwegen durfte ja nu nich mitmachen. Gibt dann 12 Punkte an Finnland, OOOH DER ARME BUB hat dann doch jetzt Punkte.

Armenien in Farbe und Bunt gibt 12 Punkte an die Ukraine. Die Sandmalerei hat sich durchgesetzt.

Die mazedonische Ansagerin hat man ganz nah rangezoomt. WOW. Sie wirft 12 Punkte übern Zaun nach Bosnia-Herzegovina. Jaja, das ist nicht weiter ungewöhnlich.

Eine isländische Dana International Barbie mit puschligem Blumen-Kopfschmuck. 10 Punkte für den Bub aus Finnland, und 12 Punkte rüber nach Dänemark.

Die kleine Frau aus der Slowakei ist nervös und gibt 12 Punkte an die Ukraine.

Alex Jones calling aus London. Für was haben die Briten wohl abgestimmt? Für die moldawischen Gartenzwerge, die Schweizer, und 12 Punkte wenig überraschend nach Irland.

Jetzt die Dänen hinter ihrer Grenze. Geben uns 8 Punkte, was uns ganz nah an Moldawien ranbringt. Die Gartenzwerge kannste wenigstens überholen, Frau Lena. 12 Punkte gehen an die Iren.

Celine Dion aus Österreich, geh hearst. The Austrian vote schubst Lena an Moldawien vorbei und gives 12 points to Bosnien-Herzegovina. Polka, Schmolka, Herr Kommerzienrat.

Polen gibt 12 Punkte an SAG ES SCHNELL POLNISCHE FRAU LOS JETZT Litauen.

OMG ein hässlicher Schwede. Wenn da so Buckelfipse gezeigt werden, dann will ich auch, dass der Grand Prix nach Aserbaijan geht. Die 12 Punkte aus Schweden gehen nach Irland. Jedward!

San Marino. Sind das keine Italiener? Zumindest ist der Präsentator noch hässlicher als der Schwede, und das will was heißen. San Marino gibt 12 Punkte an … Italien. Wussten wir’s doch.

Und nu wir mit Ina Müller. Also wieder Fremdschämen. Wem haben wir wohl 12 Punkte gegeben? WAS DEN ÖSTERREICHERN? SO EIN QUARK DIE SIND DOCH ALLE ÜBER DIE GRENZE.

Eine rote Schildkröte. Ach nee, es ist die Frau aus Aserbaijan. Und sie hat 12 Punkte gespart für die Ukraine.

Slowenien. Den hassen wir, den Präsentator. Man kann sich also auch für Slowenen fremdschämen. 12 Punkte nach Bosnien-Herzegowina.

Wenigstens ist das Englisch von Anke Engelke so, dass man sich nicht dafür nachher in ganz Europa nur noch mit einer Tüte über dem Kopf raustraut.

Die Türkei hat einen seriösen Nachrichtensprecher geschickt und gibt 12 Punkte an Azerbaijan. “Die kennen sich halt aus bei Musik”, so Frau S.

Die Schweiz gibt 12 Käsepunkte an Bosnien-Herzegowina.

Eine griechische Barbie gibt uns nicht die Euro-Milliarden wieder, sondern 4 Punkte. Da müssen wir glaube ich im nächsten Jahr nochmal sparen. Die 12 Punkte aus Griechenland gehen an Frankreich. WASISTLOSIHRGRIECHENSEIDIHRTAUBODERWAS.

Georgien hat auch eine rote Schildkröte. Klar, dass da 8 Punkte an Azerbaijan gehen. Die 12 geht an Litauen. Was war das gleich nochmal…ach ja, die Frau mit Jürgen Drews am Klavier.

Der Franzose sieht aus wie ein russischer Eiskunstläufer. Muah! 12 französische Croissants-Punkte gehen nach Spanien. Das hilft den Spaniern nicht wirklich, zeigt aber, dass die Franzosen offensichtlich tatsächlich keinen Musikgeschmack haben.

Dann Serbien. 12 an Bosnien-Herzegowina. Jaja whatever.

Kroatien. Wo die wohl 12 hingeben? Ey, nur 7 an Bosnien-Herzegovina. Die 12 haben wir verpasst.

Weißrussland. Die geben nur 5 Punkte an Russland, was ist da los? Bricht die Ostblock-Connection? Die 12 gehen an Georgien.

Als nächstes Rumänien. Die geben 12 an Moldawien.

Das gelbe Hemd des Moderators aus Albanien schmerzt im Auge. Die Albaner vergeben die 12 an Italien.

Malta gibt 12 Punkte an Aserbaijan.

Als nächstes sind die Portugiesen dran. Hey, da arbeiten sich die Italiener vor. Dennoch gehen die 12 Punkte an Spanien.

BRÜSTE AUS UNGARN. Frau S. hat die Info, dass man die da günstig anfertigen lassen kann. Und Zähne. Darauf schaut aber bei der Frau keiner. Wohin gehen wohl die 12 Punkte aus Ungarn? Nach Island.

Der Mann aus Litauen hat sich rasch zur Punktevergabe einen Pyjama übergeworfen und gibt 12 Punkte an Georgien.

Sarajevooouououo. Bosnien & Herzegovina gibt 12 Punkte an Slowenien.

Ireland is next. Argh der lustige Buckelfips hat sich ne Jedward-Perücke aufgesetzt. Why oh why. 12 Points to Denmark. Weil die halt auch aussehen wie die Iren.

BRÜSTE AUS SPANIEN. Wobei die Brüste aus Ungarn größer waren. 12 Punkte nach Italia.

OHREN AUS ISRAEL. Dana International we love you!!! 12 israelische Punkte gehen an den attraktiven Schweden.

Die blonde Estin vergibt ihre 12 ebenfalls an die Schweden.

GRÜN AUS MOLDAWIEN. Au, unsere unschuldigen Augen. Die moldawische Tussi hat schon den einen oder anderen Vodka intus, kann aber noch fehlerfrei die 10 für den Sieg nach Aserbaijan vergeben. 12 gehen nach Rumänien.

Peter Urban hat fehlerfrei berechnet, dass wenn noch zwei Vergaben fehlen, und Aserbaijan mit 40 Punkten vorn liegt, dass das zum Sieg reicht. Das hätten wir sogar noch gekonnt, auch wenn wir nicht übern Zehner rechnen können.

Belgien gibt 12 Punkte an Frankreich - da wollen wir die Top Ten nicht hören.

Und nu noch Lettland. Final 12 points gehen an Italien. Ein würdiger Abschluss!

UND DAMIT IST ES ENTSCHIEDEN SIEGER 2011 IST ASERBAIJAN (egal, wie man das schreibt).

Der Grand Prix 2011 verabschiedet sich mit aserbaidschanischer Qualitätsmusik und ordentlich Konfetti. Wir trinken die Bowle aus und verabschieden uns. Bis zum nächsten Jahr!!!

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Weh Windchen weh

April 16th, 2011 · No Comments

Gestern wehte eine ganz ordentliche Brise, also beschloss ich, morgens in den Botanischen Garten Kirstenbosch zu fahren. Dort angekommen, wanderte ich ein wenig umher - vom Wind war in Kirstenbosch nicht viel zu spüren, juhu! Leider ist mein Interesse an Pflanzen relativ begrenzt, also machte ich hauptsächlich ein paar Beweisfotos für meine pflanzenbegeisterte Mutter und steuerte dann sogleich das Café an, wo ich dann gemütlich eine Weile saß und verschiedenen deutschen, englischen sowie südafrikanischen Touristen zuhörte, wie sie über den Hannes/die Lisbeth/das Mareike lästerten. Irgendwie scheinen alle Familien auf der Welt die gleichen Probleme zu haben.

Dann dachte ich “He, wo der Wind aufgehört hat, kann ich mich ja jetzt an den Pool legen!” und fuhr zurück in die Pension. Allerdings war das ein Trugschluss, denn auf der anderen Seite des Bergs hatte der Wind Stärken angenommen, die einen Aufenthalt am Pool doch sehr ungemütlich machten, nämlich musste ich mein MacBook Air festhalten, damit es nicht wegflog.

Das machte natürlich meinem weiteren Tagesplan, und zwar, den Tafelberg zu erklimmen, einen Strich durch die Rechnung, weil die Bahn natürlich überhaupt nicht mehr hochfuhr. Also machte ich es mir im Hotel gemütlich und ging dann abends in die Opal Lounge, wo ich zum Auftakt gleich meinen lecker Martini in der Bar umwarf, aber dennoch alle superfreundlich zu mir waren. Das Essen war sehr gut, aber nicht hochspektakulär, bis auf das Dessert, das war extrem lecker!!!!11eleventy!

Heute war ich vormittags erst auf einem total organischen Markt aka “Where Hipsters And Models go to Shop” - hätte man eine Bombe auf den Markt geworfen, wäre die ganze Hipster-Population in Südafrika mit einem Schlag ausgelöscht gewesen. (Wenn man sich übrigens die Webseite vom Markt anschaut, kann man da schon auch so eine leicht hippe Tendenz erkennen. Achtung Zirkusmusik!)

Ich fühlte mich da allerdings so ein wenig unbehaglich, weil nicht hip. Zudem hatte man da irgendwie verstärkt das kolonial-weiße Gefühl, das in Südafrika manchmal aufkommt, weil der Markt in einem eher ärmlich aussehenden Viertel untergebracht war, und arme Schwarze vor dem Zaun saßen, während die weißen Hipster sich über die Vorteile von organisch angebautem Dinkel unterhielten. Gibt es eigentlich schwarze Hipster? Also grundsätzlich jetzt, nicht in Südafrika. Irgendwie sind auf meinen Fotos auch keine Hipster drauf, sondern nur dicke Touristen. War aber tatsächlich so!

Am Markt befand sich aber das zweite Restaurant von dem Koch, der auch “La Colombe” unterhält, und weil’s da so lecker war, ging ich auch in dieses. Das andere Restaurant heißt “The Test Kitchen” und hat das Konzept, dass die Küche mitten im Raum steht, und man außenrum sitzt. Ich weiß nicht genau, ob mir das Konzept zusagt, weil irgendwie will ich Ashley (die übrigens genau so aussah, als würde sie bei Top Chef Südafrika teilnehmen) nicht dabei zusehen, wie sie quasi auf dem Präsentierteller (no pun intended) in meiner Soße rührt. Auch wenn die Soße hinterher ganz extrem lecker schmeckt. Ich glaube auch, ich sprach mit dem Meister selbst, weil ich saß an der Theke, und einer, der kein Restaurant-Outfit anhatte, aber Rotkohl schnipselte, fragte mich, wie so mein Essen sei (a google image search confirms the suspicion!). Weil das aber die gesamte Konversation war, sollte man sich darauf sicherlich nicht so viel einbilden. Aber wie gesagt, das Essen superb, insofern go, Luke Dale-Roberts, go!

Danach fuhr ich noch rasch rüber nach Weinland, bisschen Käffchen im Weinberg trinken sowie zwei Flaschen Wein zum Mitbringen einshoppen, und nu versuche ich, alles in meinen Koffer zu quetschen. Bis ich wieder daheim bin, könnt ihr ja noch ein wenig meine letzten Bilder anschauen.

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Warum ist es mit Wein so schön

April 14th, 2011 · 2 Comments

Heute war Weinprobiertag II angesagt. Der Plan war, alle restlichen Weingüter (und zwar in der Umgebung der Städte Stellenbosch/Franschhoek) an einem Tag abzuklappern. Haha, nur Spaß, denn wenn man im Weinland einen Stein wirft, hat man schon mindestens drei Weinbauern getroffen. Man muss in der Tat schon lange fahren, bis im Weinland mal KEIN Weingut links und auch rechts zu sehen ist. Die Auswahl für einen Tag ist also relativ schwierig. Insbesondere, wenn man nicht picheln kann, wieviel man will, weil man ja mit dem Auto im Linksverkehr unterwegs ist.

Ich begann wie weiland die Clintons, Nelson Mandela und die Queen im Gut Vergelegen. “Vergelegen” bedeutet “abseits gelegen”, wobei ich finde, das hört sich an wie das, was passiert, wenn man schief auf dem Kissen geschlafen hat und morgens zerknautscht aus der Wäsche guckt. “Hab mich heute wieder vergelegen!” (Bad pun! Her Majesty was not amused.)

Vergelegen lag in der Tat etwas abseits, nämlich in Somerset West, aber sehr pittoresk. Bitte erinnert mich daran, wenn ich meinen Gutsherrenhof anlege, dass ich nicht vergesse, eine eigene Hängebrücke/eigenen Sumpf/eigenen Bambuswald/eigenen Rosengarten/eigenen Wald für Picknick zu inkludieren. Vielen Dank!

Da ich mir für den Tag noch einiges vorgenommen hatte, beschloss ich, hier erst einmal keinen Wein zu verkosten (war auch erst 11 Uhr) und fuhr weiter nach Stellenbosch. Und zwar ins Weingut “Blauwklippen” - das hatte ich nur wegen des Namens ausgesucht, hörte sich malerisch an. War es auch, aber das versteht sich irgendwie hier von selbst, mit der schönen Aussicht ist das ja hier wie mit den Pinguinen - erst ist man begeistert, dann hat man 2000 Fotos von malerischen Bergen für den Diaabend mit den Freunden (”Und hier der Berg von hinten” *kraisch*).

In Blauwklippen war man sehr freundlich zu mir und reichte mir 3-4 Weine an, es war ja auch inzwischen schon 11:30 geworden. (”Hier, nehmen Sie das Weinchen mit und setzen Sie sich ruhig raus, wir haben ein ungezwungenes Probierambiente” *schenkt das Glas voll* “Der geht auf’s Haus!”) Die Weine waren in der Tat sehr lecker, aber man kann’s ja nicht mitnehmen. In dem Fall nicht in den Flieger nach Deutschland. Was heute auch gut war, denn (SPOILER!) fast alle Weine, die ich probieren sollte, waren lecker, und sonst könnte ich vermutlich bald eine Weinhandlung aufmachen.

Aus der Probierstube torkelte eine Busladung deutscher Pauschaltouristen, die offensichtlich mit dem 11 Uhr-Termin auch keine Probleme gehabt hatten. Bitte erinnert mich daran, wenn ich älter werde, dass ich mir keine neckische freche Kurzhaarfrisur schneiden lasse und kein “Chiemsee” T-Shirt anziehe. Vielen Dank!

Ich verließ daraufhin ebenfalls das Weingut, um quer über zwei Nicht-Alpen-Pässe bis hinter den nächsten Ort (nach Franschhoek) zu fahren, um die Chose von hinten aufzurollen. Denn: Nach zwei Weingütern kann man ja dann auch mal Pause machen, und mein Kollege hatte mir dort ein Restaurant empfohlen, das auch in meinen Reiseführern als Muss vermerkt war: La Petite Ferme. Unsere kleine Farm, da kann ja nix schiefgehen!

Im Reiseführer stand: “Unbedingt reservieren!!! Auf Jahre hinaus ausgebucht!!” Aber: Super an meiner herbstlichen Reisezeit: im Moment ist hier alles ziemlich leer, ich hab nämlich nie nicht reserviert, kriege aber immer gleich einen Platz. Und zwar den mit der wunderschönen Aussicht. Das Essen war auch noch lecker…und der Chardonnay, den man mir zum Essen reichte, auch. Was will man mehr.

Aber es muss ja noch mehr Wein probiert werden! Ja, ja, man hat’s nicht leicht. Der Weinausschenker von Blauwklippen hatte mir den Tipp gegeben, ich müsse unbedingt nach “La Motte” fahren, um Eck bei Franschhoek. Das Gut war sehr schön angelegt, mit einem kleinen Restaurant, wo man im Garten sitzen konnte, aber ich hatte ja nun eben gegessen. Der Wein war OK, aber die anderen Weine hatten mir irgendwie besser gemundet. Aber dann wollte ich mein Glas wenigstens nicht austrinken und konnte weiterhin 1a die linke Straßenseite als solche erkennen.

Also weiter zum letzten Gut, nämlich nach Boschendal. Etwas lustlos nippte ich an meinen 5 Testweinen, irgendwann ist dann auch die Luft raus, auch wenn die Weine ganz gut waren. Noch rasch das Herrenhaus besichtigt und ermattet ein kleines Käffchen getrunken, und fertig ist die Laube.

Weil es schon etwas später war, wollte ich nicht über die ganzen Pässe zurückfahren, sondern nahm die Stadt-Autobahn, die mich vorne an der Waterfront nach Kapstadt brachte - ich nutzte die Gelegenheit, noch ein, zwei, drei, vier…naja ein paar Fotos vom Sonnenuntergang zu schießen (siehe Anmerkungen zu Pinguine/Aussicht). Wobei ich froh war, dass mein Hobby nicht Surfen ist, denn die halbe Stunde, die ich da war, paddelten zwei Surfer angestrengt gegen die Brandung im Hafen an, um dann, kurz bevor die Sonne weg war, ca. 2 Sekunden auf ihrem Brett zu stehen. Da lob ich mir die Eisbachwelle!

Die diversen fotodokumentarischen Evidenzen findet ihr wie immer im aufgefrischten Set.

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Ganz am Ende

April 13th, 2011 · No Comments

Heute früh um 5 Uhr aufgewacht davon, dass ich mich am Hals kratze. Au weh, was mag das sein? Fieser Ausschlag am Hals und an den Armen - also genau da, wo ich vorgestern und gestern Sonnencreme draufgetan habe. Juhu, die Sonnenallergie ist wieder da.

Ist mein Ausflug zu den Pinguinen in Gefahr? Ich werfe rasch eine der guten Antiallergika ein, die mir Frau C. eigentlich für Heuschnupfen besorgt hat, die aber scheinbar auch dagegen wirken, der Ausschlag schwillt ab. Und zum Glück hat Petrus ein Einsehen und der Himmel ist bewölkt.

Also dann los mit dem Auto runter zur Küste Richtung Boulder (très pittoresque, auch wenn nicht sonnig), und dann bin ich nach einer halben Stunde auch schon da. Pinguine!!! Am Strand, im Nest, auf den Felsen. Da in Boulder kann man sogar mit den Pinguinen schwimmen, wenn einem danach ist. Ist mir aber nicht, denn der Atlantik hat ca. minus 12 Grad. Das macht dem Pinguin und dem englischen Touristen an sich offensichtlich auch nichts aus, ist für mich aber deutlich zu kalt.

Der Pinguin-Overkill führt zu folgendem Phänomen: Beim ersten Pinguin quiekt man noch begeistert und macht ca. 3 Milliarden Fotos, am Schluss hat man so viele Pinguine gesehen, dass man nur noch müde “Geh weg, du riechst nach Pinguinkacke!” abwinken kann. Aber immerhin hab ich keinen überfahren. Am Ortsausgang zwei Warnschilder “Pinguine!” sowie “Golfer!” Gut, das ist ja irgendwie ähnlich.

Weitere Tiersichtungen: Übergelauntes Wiesel, dreibeiniger blutender Otter (Wirkungszusammenhang unbekannt). Kein Hai/Wal, trotz mehrfacher Beschilderung.

Anzahl der Parkeinweiser, die nach meiner Telefonnummer fragten: 2

Danach weiter zum Kap der Guten Hoffnung. Das heißt, zuerst zum östlich davon gelegene Cape Point, wo ein alter Leuchtturm steht - der war aber ziemlich unnütz, da stets total in den Wolken. Siehe diesbezüglich auch “Untergang der Lusitania, der”.

Zum Leuchtturm rauf geht’s entweder viele steile Stufen zu Fuß hoch oder mit der Seilbahn. Ich habe extra zum Hochsteigen meine Turnschuhe angezogen, befinde mich damit aber merkwürdigerweise in einer Minderheit. An Schuhwerk und/oder Transportmodus erkennt man hier nämlich leicht die Nationalität: Beflipflopte Engländer(-innen) sowie Südafrikanerinnen mit hohen Hacken kennen dabei keine Gnade und steigen schnaufend Stufen hoch, während mopsige Amerikaner und Rentnergruppen aus Dresden die Seilbahn bevorzugen. Der Rest der Deutschen ist mit 1a Bergschuhen ausgestattet (Alpenvorland!), trägt häufig einen Anstecker (”Afrika-Reisen-und-Gesangsverein”) und blickt herablassend auf das ungenügend beschuhte Gesocks.

Vom Leuchtturm sieht man schön auf die See (wenn ich die See seh!) sowie die vorhin angesprochenen Wolken vorbeiziehen. Allerdings sieht man auch gut auf die Touristengruppen - und das in der Nebensaison! Möchte nicht wissen, wie einen Omma Erna aus Buxtehude in der Hauptsaison von der Klippe abdrängt. Die Tourigruppen kommen aber immer in Schwärmen, weil unten vom Bus ausgeladen, dann - schwupps - in die Seilbahn, hoch, Nippes kaufen, runter, Nippes kaufen, und dann wieder in den Bus.

Etwas erschöpft vom Trubel steige ich unten wieder angekommen ohne Nippes in mein kleines Auto und mache mich auf den Weg zum Kap der Guten Hoffnung. Das ist auch sehr malerisch gelegen, davor ein Schild, auf dem passenderweise steht “Kap der Guten Hoffnung”. Da machen wir alle doch rasch ein Foto von! Aufs Kap geht ein Trampelpfad, von dem ich auf halbem Wege wieder umkehre, da kein Geländer und Höhenangst nicht so gut zusammengehen, obschon der Pfad sicherlich nicht schwierig zu besteigen ist (kleine Kinder hüpfen mir gazellengleich entgegen).

Aber ich muss ja noch weiter, nämlich will ich an der Küste lang über den Chapman’s Peak Drive malerisch nach Hout Bay fahren. Der Chapman’s Peak Drive ist wie eine Alpen-Serpentinenstraße, nur dass links gleich die Klippe ins Meer abfällt. Und dass uns Schilder vor a) Pavianen und b) der Leoparden-Schildkröte warnen. Was die Schildkröte Gemeines im selben führt, vermag ich nicht zu sagen. Diesmal aber immerhin keine Golfer in Sicht. Weil die ihre Bälle vermutlich nicht ständig aus dem Meer fischen wollen, und keine Pinguine da sind, die die Bälle apportieren könnten (Geschäftsidee!).

Jedenfalls der Drive, sehr malerisch. Auch wenn mein komischer Leih-Kia nicht so gut um die Kurven fährt und ich meinen kleinen MINI vermisse. Ich mache gleich nostalgisch ein Foto von einem MINI, den ich auf einem Parkplatz antreffe.

Am Ende des Drives steht das Chapman’s Peak Hotel, ein ganz alter Schuppen (also von der Historie her, das Hotel selbst ist schön renoviert). Da gibt es laut meines Reiseführers die besten Calamari EVER, daher ordere ich mir gleich ein Pfännchen und muss dem Reiseführer zustimmen: Yum!

Anschließend weiter an der Küste, da wollte ich noch einen weiteren Strand besichtigen, nämlich Llandudno - allein des Namens wegen, aber auch, weil man da angeblich Surfer beobachten konnte. In der Tat war dies auch so, nur was der Reiseführer verschwiegen hatte, war, dass man auch jede Menge herrenloser Hunde beobachten konnte, und so mannsgroße herumstreundende Schäferhunde sind jetzt nicht so meins.

Also wieder zurück ins Auto und weil meine Allergie wieder anfing zu jucken, beschloss ich, zum Ausklang des Tages schön gemütlich im Deli an der Ecke bei meinem B&B noch einen Absacker-Kaffee zu trinken. Man ist ja nicht auf der Flucht!

Fotos: Klickst du hier!

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I have seen my future and it is cruising the world on the Love Boat

April 12th, 2011 · No Comments

Heute bei der Weinprobe in Constantia traf ich zwei reizende alte Damen, die in der Tat vom gestern erwähnten Love Boat gekommen waren, um Wein zu probieren. Ja, man sei noch ein halbes Jahr unterwegs, da Weltumkreuzfahrung. Je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr erscheint mir das ein erstrebenswerter Plan für meine Rente.

Anmerkung: Übrigens gab es auch beim Love Boat eine alte Dame, die - das allerdings auf Lebenszeit - auf dem Love Boat reiste. Wenn auch nur für eine Folge. Don’t blame me, I did not write the episode.

Der Wein im Gut Groot Constantia war ganz hervorragend, da ich aber nun keinen Wein mitnehmen konnte (damn those liquid-smuggling terrorists), gab ich dann all mein Geld dafür aus, lecker auf dem anderen Weingut zu speisen, und zwar im La Colombe. Das war aber eine prima Idee, weil dat lekker!

Das Weingut mit dem Restaurant hieß übrigens Uitsig, was “Aussicht” heißt, in meinem Kopf aber wie “witzig” ausgesprochen wird. Hahaha! Nun gut, vielleicht komischer nach einer Degustation von 7 Weinen. Linksverkehr ist dann aber wenigstens kein Problem mehr! (Nur Spaß, wozu hat man denn den guten Spucknapf. Wobei ich bei der Ansicht des Spucknapfs immer an die Szene aus “Sideways” denken muss. But that’s beside the point.) Aber ich weiß in der Tat nicht, wie Leute mehrere Weingüter abklappern und dann noch Auto fahren, und da waren einige, die ganz schön gebechert haben - in der Umgebung der Weingüter ist man sicherlich besser sehr vorsichtig auf der Straße unterwegs.

Fotos wie immer im gleichen Set.

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And I flip, and I flop

April 12th, 2011 · No Comments

Heute war für Kapstadt Regen angesagt, daher dachte ich, man könnte ja shoppen gehen an der Waterfront. Aber als ich aufgestanden war, war von Regen keine Spur, nur ein paar Wolken am Himmel. But: Never change a winning plan. Aber: Erstmal schön am Pool gefrühstückt. Dabei gewundert, warum es trotz Sonnenbrille so hell ist. Im Zimmer dann die Sonnenbrille noch auf dem Bett liegend vorgefunden. Aha!

Dann bin ich zu Fuß in die Stadt gelaufen, schön durch einen Park und durch noch einen Park und vorbei am National Museum und in die Company Gardens, wo ich fast auf ein Eichhorn getreten wäre. Es nörgelte mich ein wenig an - ich fühlte mich fast wie zu Hause bei meinen Katzen.

In der Stadt angekommen, war ich erst in der St. George Cathedral, die ein wenig ist wie St. Martin in the Fields in London, inclusive Krypta, in der man Kaffee trinken kann. Da ich ja aber gerade lecker gefrühstückt hatte, ließ ich den Kaffee erst noch Kaffee sein. Danach wanderte ich auf dem Green Market Square herum und kaufte mir für 3 Euro ein billiges Nippes-Armband. Der Markt war vergleichsweise angenehm, wenn man schon mal auf ähnlichen Märkten in asiatischen Ländern war (”HEY LADY WOLLE KAUFE”), waren die Verkäufer hier doch eher freundlich statt aufdringlich.

Anschließend war ich in einem kleinen Museum direkt am Platz, ein kleines altes Haus mit alten Bildern reingehängt. Das Museum hatte aber zudem ein ganz reizendes Cafe und so kurz war das Frühstück auch nicht her, also kaufte ich mir lecker Rooibos Tea und ein kleines warmes Scone. Da man mir keinen Teller gebracht hatte, häufte ich mit einem Löffel ordentlich Cream und Marmelade auf mein Scone, aß es mit Vergnügen und las dabei in meinem Kapstadt-Reiseführer. Lecker! Als ich fertig war mit dem Scone, kam auch die Bedienung und räumte mit vorwurfsvollem Blick den unbenutzten Teller ab, auf den ich meinen Kapstadt-Reiseführer deponiert hatte. Ups!

Danach wollte ich noch das Fort sehen, das mitten in der Stadt steht (Castle of Good Hope). Also flugs hingehatscht. Im Hotel hatte man mir ja den Hop-on-Hop-off Bus angepriesen, aber wer braucht den schon, der wahre Held geht selbst zu Fuß. Als ich aber im Fort ankam, taten mir meine beflipflopten Füße ganz ordentlich weh und ich erinnerte mich an den Tag, als mich Kollege M. fragt, ob ich mit ihm in NYC die Freiheitsstatue ansehe, und ich nichtsahnend meine Flippies anzog, nur dass dann der Kollege sagte: “Ach, lass uns ein bisschen laufen” und “ein bisschen” stellte sich heraus als DIE GANZE FIFTH AVENUE HOCH BIS ZUM CENTRAL PARK. Im Central Park angekommen, hatte ich dann so schlimm Fußkrämpfe, dass ich fast nicht mehr ins Hotel zurückgekommen wäre. Aber ich schweife ab.

Ganz so schlimm war es nämlich noch nicht mit den Füßen, und ich besichtigte das Fort von oben bis unten, und wollte aber dann doch lieber mit dem HOHO Bus weiterfahren. Der Plan war ja nämlich eigentlich immer noch die Waterfront (auch wenn immer noch der Regen in weiter Ferne schien und nur leichte Schäfchenwölkchen am Horizont herumflogen). Und die Waterfront konnte man zwar von ganz oben vom Fort aus sehen, aber sehen konnte man auch den Tafelberg und da wusste ich nun auch, dass der ganz schön weit weg war. Also Bus. Und da stand ich und stand in der heißen Mittagssonne, aber der Bus kam nicht. Und kam nicht. Und ich stand und stand. Dann dachte ich “Ach, ich nehm ein Taxi”, denn ich hatte zudem auf der Karte gesehen, dass die Busroute einmal ganz rumging um Kapstadt und man bis zur Waterfront zirka eine Stunde und 15 Minuten benötigte.

Damit man weniger zahlen muss, ist es natürlich sinnvoll, wenn man einem potenziellen Taxi entgegengeht, also strebte ich Richtung Stadt. Und strebte. Und strebte. Denn Taxi fand ich keins - habe nämlich keine Ahnung, wie und wo man die findet. Wobei gestern immer wenn ich wo parken wollte, ein großes T wie Taxi auf die Straße gemalt war und man da nicht parken durfte. Aber heute hatte ich nun ja kein Auto dabei, also auch keine störenden Taxen. Ich hatschte also weiter durch die Stadt mit den Flippies. Nach einer Weile reformulierte ich meinen Plan: Mit dem Taxi zurück zum Hotel, Flippies ausziehen, und dann mit dem eigenen Auto zur Waterfront! Guter Plan.

Nur: das erste Taxi begegnete mir leider am Anfang der Straße vom Hotel. Das wollte ich dann aber auch nicht mehr und setzte mich lieber ins Deli am Eck und bestellte entkräftet einen Milchkaffee. Der war aber dann ganz lecker und hob meine Laune wieder. Dann mit dem Auto durch den Kapstadter Berufsverkehr Richtung Waterfront, wo es ganz hübsch war. Deshalb hatte davor auch das Love Boat geparkt. Ich dachte immer, das führe nur nach Ensenada. THE LOOOOOVE BOAT schallte es in meinem Ohr, während ich in der Mall einkaufen ging. Der Plan sah vor, ein schickes Sommerkleidchen einzukaufen. Aber leider hatte ich an eins nicht gedacht: In Südafrika beginnt ja jetzt der Herbst und überall gibt es keine schicken Sommerkleidchen, sondern die Herbst-/Winterkollektionen. Naja, das spart Geld.

Also fuhr ich dann nach Mouille Point, wo mir Kollege S. ein Sushi Restaurant empfohlen hatte (Wakame). Das Sushi war zwar mäßig, aber das Restaurant war total pittoresk gelegen, die Sonne ging unter wie eine große rote Sonne, die untergeht - leider war ich ein bisschen zu spät dran, so dass ich kein Foto machen konnte. Ich nahm mir aber vor, nächstens nochmal früher herzukommen und eins zu machen.

Dann aber schön zurück ins Hotel, gemütlich die Füße in die Badewanne gehängt und Pläne für morgen machen, wenn es regnet.

Neue Bilder sind im Set.

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Kapstadt 2011, Tag 1

April 10th, 2011 · No Comments

Ha, ein Tag, zwei Blogeinträge. Weil gestern im Dubai Flughafen das Internet so wahnsinnig langsam war, dass ich den Eintrag da nicht posten konnte. Und ihr heute sicherlich total gern wissen wollt, was ich so in Kapstadt treibe. Und zwar dies:

Angekommen in Kapstadt. Mein Plan: Geld abheben, Adapter für Südafrika kaufen, zur Unterkunft fahren - URLAUB!

Ad 1): Im Flughafen gab es zwei Geldautomaten zur Auswahl, und da begann auch schon, was ich hoffe dass eine ordentliche Glückssträhne wird: als ich nämlich zu dem freien Automaten gehen wollte, huschte schnell eine Frau vor mich und schob ihre Karte hinein. Das hört sich bislang nicht so glücklich an, aber es begab sich, dass der Automat die Karte der Frau fraß und sie auch nicht wieder zurückgab. Die Frau irrte also umher und suchte einen Ansprechpartner für Automatenpflege, während ich weiterwandern konnte. Lucky! Also für mich, nicht für die Frau. Ich ging dann zum anderen Automaten, der mir einwandfrei auch Rand zum Ausgeben rüberschob. Lucky? Wir werden sehen.

Dann ad 2) den Adapter kaufen: Gab es gleich gegenüber. Für nur 6 Euro! Lucky! (Im Hotel würde sich dann herausstellen, dass er in zwei Teile zerbrochen war, aber bis dato war ich noch glücklich gewesen und hakte mental die To Do Liste ab.)

Schlussendlich zur Autovermietung und zum Linksverkehr. Ich stieg also in meinen geschmackvollen kobaltblauen Kia und schloss erst einmal mein kleines Navi an. Eek! “KEIN GPS SIGNAL” sagte dieses. Für diesen Fall hatte ich nicht vorgesorgt! Welcher Spießer nimmt denn heutzutage auch Anfahrtsbeschreibungen zum Hotel mit. Also statt Plan B Plan A 1.1: Auto aus, Auto wieder an, und siehe da: das GPS Signal stellte sich zum Glück ein. Frohgemut fuhr ich los und trotzte dem Linksverkehr. Das ging eigentlich einigermaßen gut, außer einer leichten Tendenz, immer Richtung linker Straßenrand zu fahren (weil man ja orientierungsmäßig erwartet, dass neben der linken Schulter die Straße aufhören soll). Einmal versuchte ich, in den Gegenverkehr einzubiegen, aber das muss nicht nur dem Linksverkehr geschuldet sein.

Ich fuhr durch eine wunderschöne Gegend mit viel Grün und so und dachte mir “Nä, wat wohne ich schön!” und wunderte mich etwas über die Parkeinweiser überall. Aber da sagte mein Navi auch schon “Angekommen!” … nur leider war weit und breit kein Haus zu sehen. Ups! Plan A 1.2: Ich rief flugs bei meinem Bed & Breakfast an. Die sagten nach ein wenig hin und her “Hmmm…sind Sie denn überhaupt im richtigen Stadtteil???” Mja, natürlich gab es mehrere Straßen mit diesem Namen. Zum Glück war ich nicht mitten in den Townships gelandet…sondern im beliebten botanischen Garten. Was auch die Parkwächter erklärte.

Nach 10 Minuten war ich aber dann an der richtigen Stelle und mein B&B ist wunderschön, mit Blick auf den Tafelberg, Pool und wahnsinnig netten Besitzern, die sich aufopfernd um mich kümmern und mich mit einem Stapel Landkarten versehen haben, damit ich in Zukunft den Weg richtig finde. Daraufhin beschloss ich, sogleich den Weg zum Strand zu finden und setzte mich dort in ein kleines Restaurant/Club, vor dem immer die vom Tafelberg abspringenden Gleitflieger landeten. Spektakulär! Nach einiger Zeit wurde mir aber da am Tisch etwas warm und ich ging runter am Wasser spazieren und mir Eis kaufen beim Eisgeschäft, wo es die Eises mit den merkwürdigen Namen gibt. Ich aß “Heavenly Hash” (sowas wie Stracciatella, nur mit vielen Zutaten - ich erkannte hauptsächlich einen kleinen rosa Marshmallow) und “Really Yummy” (which it was. other than that I think “Chocolate Brownie” would also have been an apt description).

Und dann muss man natürlich auch noch warten, bis die Sonne untergeht. Zum Glück gab es in einem Club am Strand ein Mojito - Special. Für umgerechnet 2 Euro fuffzich war man dabei. Leider konnte ich ja nun nicht in großen und rauhen Mengen Mojito trinken, weil ich musste ja noch heimfahren und hatte leider nicht ganz so spitzenmäßig geparkt. Aber die Sonne konnte ich trotzdem ansehen, und meinen Mojito habe ich auch davor fotografiert. Wenn auch etwas schief, weil man natürlich aufgrund der Sonne sonst nichts sah. Um euch das und auch die anderen Fotos anzusehen, müsst ihr nur auf den Link hier klicken.

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