Brummfisch

I fish, therefore I brumm.

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Bank-Diaspora

February 5th, 2010 · 1 Comment

Bei der Postbank (ein Drama in drei Akten)

1. Akt: LETZTE WOCHE AM SCHALTER IN DER FILIALE ROTKREUZPLATZ

Akteure:
Mon
1. “Bankberaterin”
2. “Bankberater”

Mon: “Hallo, ich möchte gerne mein Komfort-Sparen löschen. Das hat mir mein Bankberater beim Einrichten des Girokontos aufgesetzt und überweist immer mittig des Monats ALL MEIN GELD auf ein Sparkonto. Online kann man das nicht bei den Daueraufträgen zum Löschen finden.”

“Bankberaterin”: *schaut online bei den Daueraufträgen*

Mon: “Nee, bei den Daueraufträgen ist das nicht zu sehen online”

“Bankberaterin”: *ist verwirrt*

“Bankberaterin”: *holt einen zweiten “Bankberater”

2. “Bankberater”: *schaut online bei den Daueraufträgen*

Mon: “Nee, bei den Daueraufträgen ist das nicht zu sehen online”

2. “Bankberater”: *holt ein antikes Formular “Löschung von Komfortsparen”*

Mon: *freut sich*

1. “Bankberaterin”: “Wie hoch ist denn der Betrag?”

Mon: “ALL MEIN GELD”

1. “Bankberaterin”: *ist verwirrt*

Menschenschlange hinter Mon: *murrt, weil sonst kein Schalter offen*

1. “Bankberaterin”: *deutet auf 2. “Bankberater”* *ruft* “Er kann nicht an einen Schalter, er ist BERATER”

Menschenschlange: *ist nicht wirklich überzeugt*

1. “Bankberaterin”: *füllt langsam das Formular aus*

Mon: *unterschreibt und hofft aufs Beste*

Mon: “Nebst diesem Anliegen brauche ich in einer weiteren Angelegenheit auch noch eine Unterschrift von Ihnen zur Identitätsfeststellung. Steht hier auf diesem Antrag, dass ich die bei jeder Bank kriegen kann.”

1. “Bankberaterin”: “Nee, bei uns geht das nicht. Da müssen Sie ein Verfahren beantragen.”

Mon: *sieht schwarz und beschließt, die Sparkasse nebenan diesbezüglich zu bemühen (die dann das Formular in 0,5 Sekunden abstempelt, Anm.d.Red.)*

2. “Bankberater”: “Sie haben da ne Menge Geld auf dem Sparkonto - wollen Sie das nicht bei uns in schönen Aktien anlegen?

Mon: *stellt sich vor, wie die “Bankberater” etwas Komplexeres machen als sich die Schuhe zuzubinden* “Nein, das möchte ich lieber nicht machen.”

Mon: EXIT

2. Akt: GESTERN MITTAG, WOHNUNG MON

Postbote: *bringt Brief von der Postbank*

Brief: “Ihr Komfortsparen ist sowas von nicht gelöscht, weil Sie keinen Betrag angegeben haben.”

Girokonto: *ist leer*

Sparkonto: *ist voll*

Mon: *rauft Haare*

3. Akt: HEUTE, AM SCHALTER IN DER FILIALE ROTKREUZPLATZ

Akteure:
Mon
Bankschlampe mit Rastazöpfen, bunt lackierten Fingernägeln und Jamaica-Halskette
Unsichtbare “Bankberaterin”

Mon: *wedelt mit Brief* “Hallo, ich wollte mein Komfortsparen löschen, das hat wohl nicht geklappt.”

Bankschlampe: *schaut online bei den Daueraufträgen*

Mon: “Nee, online bei den Daueraufträgen ist das nicht zu sehen”

Bankschlampe: “Hey sorry, meine Nase läuft gerade” *holt Taschentuch*

Mon: *ist irritiert*

Bankschlampe: “Welcher Betrag ist das denn?”

Mon: “ALL MEIN GELD”

Bankschlampe: *ist irritiert*

Bankschlampe: *geht unsichtbare “Bankberaterin” fragen*

Unsichtbare “Bankberaterin”: *telefoniert lautstark hinter einer Glasscheibe und diskutiert Zinskonditionen*

Bankschlampe: *wartet*

10 Minuten PAUSE

Mon: *spielt Solitaire auf dem Handy*

Bankschlampe: *kommt zurück*

Bankschlampe: “Sie haben gar kein Komfortsparen, das ist nämlich nicht online bei den Daueraufträgen.”

Mon: “Aber wer überweist dann ALL MEIN GELD jeden Monat aufs Sparkonto?”

Bankschlampe: “Jetzt warten Sie erst mal, und wenn Sie dann DOCH ein Komfortsparen haben, dann drucken Sie bitte alle Kontoauszüge aus dem Dezember aus und kommen dann wieder, damit wir das klären können”

Mon: *kündigt Konto*

Bankschlampe: *ist indigniert*

Mon EXIT

ENDE

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So also!

December 25th, 2009 · No Comments

Jetzt weiß ich, wie sich das vermutlich für die Japaner anhört, wenn ich Japanisch spreche, nämlich ungefähr so nur umgekehrt. Nä, aber schon komisch, wie der Aiba versucht, dem armen Tierpfleger zu erklären, was er so beruflich macht “JA-PANESHE IDORU!!! A-RA-SHI, A-RA-SHI FOR DREAM” inklusive Tanzbewegung. Und wie er versucht, dem Tiger das Huhn mit den Worten BÖRD BÖRD schmackhaft zu machen.

Der Aiba und ich, wir könnten uns prima den ganzen Abend unterhalten, er mit Englisch, ich mit Japanisch und keiner würde irgendwas verstehen.

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Happy Marry Christmas

December 25th, 2009 · No Comments

Jetzt bin ich wieder daheim angekommen und habe seither nicht wirklich viel geschlafen. Heute mal gar nicht, aber ist ja auch Weihnachten und muss man nicht schlafen. Stille Nacht! Frohes Fest! Undsoweiter.

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Goodbye, Senorita

December 21st, 2009 · No Comments

Kurzzusammenfassung von gestern:

- auf dem Flohmarkt, wo das bemerkenswert genau so ist wie beim Flohmarkt bei uns mit muffeligen Verkäufern und alten Omis, die hässliche Hosen runterhandeln
- Kaffeetrinken
- Harajuku: Crepe (muss ja), sowie 200 Yen in den Arashi-Kaugummiautomaten geworfen und 1:4 tatsächlich den Matsumoto rausgezogen - Score!
- Neues Wort gelernt: “Time Sale”, das ist, wenn in einem Shop das Megafon rausgeholt wird und das Schild “Time Sale: 20% off” und der Kunde eine halbe Stunde Zeit hat, in einer Art Stampede den Laden leer zu räumen
- Mehr Kaffeetrinken
- Karaoke in der Karaokebutze mit den schönsten Schwarzlicht-Bildern an der Wand
- Gelost an der lustigen Dreh-Lostrommel und mich gewundert, warum ich im Roxy-Store einen Stecker gewonnen habe, bis man mir einen Sticker in die Hand drückte. Katakana richtig lesen will gelernt sein!
- Spontan Stiefel für saubillig im Roxy-Store gekauft (Marketing-Strategie ftw!)
- Lecker Ramen in Shibuya
- Zu faul, um ins Kino zu gehen und statt dessen MÖÖÖÖÖRLIN im Hotelzimmer angeschaut.

Heute: Erst einmal nach Akihabara in meine Lieblings-Karaokebutze. Dort war ich ja inzwischen schlauer und wusste: Bitte ankreuzen, welche Karaokeanlage man will. Hm, aber merkwürdigerweise gab es “Hyper” nicht, mit der ich ja gute Erfahrungen gemacht hatte, sondern nur “Joy”, die ich ja nicht mochte, und “UGA”, die ich nicht kannte. Alle anderen Leute auf dem Zettel hatten “Joy” angekreuzt. Ich dachte mir also: Hm, alle Japaner können nicht falsch liegen und kreuzte doch auch “Joy” an, das schien mir sicherer. Man schickte mich also in den Raum mit der “UGA”-Maschine. Selbst mein Ankreuzen ist nicht zu entziffern auf Japanisch!

Die UGA Maschine entpuppte sich als die, wo der kleine Panda sich das Mikro aus dem Hintern zieht. Die will vermutlich keiner, weil sie keine Original-Videos hat (die Joy-Maschine hatte wenigstens ein paar). Aber! Die UGA-Videos waren ganz großartig. Ich konnte teilweise vor Lachen nicht mehr weitersingen. Wo die Joy-Maschine nur drei Videos hat: “Depressiver Chinese in Abbruchhaus” für Balladen; “Joyridende Chinesen im roten Sportwagen” für schnellere Nummern und “Mann mit Gitarre im Abbruchhaus” für Rock-Ähnliches, da hat UGA ganze Dramen.

Besonders schön: Die Meta-Nummern. Der depressive Chinese, der die Karaoke-Butze saubermachen muss, aber heimlich auf die Frau steht, die die Getränke serviert. Der Chinese, der sich auf einen Job bewirbt, aber dann nicht genommen wird, weil er nicht genug Arbeitserfahrung hat (außer in der Karaoke-Bar) und dann arbeitslos auf der Straße rumhängt und trinkt. Und mein persönlicher Favorit: Der Chinese, der in Filmen (vermutlich Karaoke-Videos) mitspielen möchte, aber seinen Text vergessen hat, und dann rausgeworfen wird, und fortan im Bärenkostüm auf der Straße sein Brot verdienen muss.

Tränen hab ich da gelacht, und gleich meinen Fotoapparat gezückt und das Lied nochmal angewählt, um das für die Nachwelt festzuhalten. Doch ach! UGA hat den Nachteil, dass die Videos immer spontan zu den Liedern ausgewählt werden, und man wahrscheinlich ein Lied 500 Mal singen muss, bis man das gleiche Video wieder kriegt. Schade!

Danach wollte ich ins Onsen, das ist in Tokio zwar nicht ganz billig, weil es nicht so viele davon gibt, aber ich dachte mir, am letzten Tag kann man ja nochmal auf die Pauke hauen. Ich also zum Tokio Dome (etwas nostalgisch, außerdem bemerkte ich jetzt den großen Vergnügungspark hinten dran, den hatte ich letztes Mal ob der Aufregung glatt übersehen), wo das Spa ist.

Dort angekommen, hielt mir der Türsteher einen Vortrag mit Merkzettel, was ich alles nicht dürfte. NICHT!!! Betrunken sein (check) NICHT!!!! bei der Mafia (check) NICHT!!! Mitglied einer Gang (check) NICHT!!! ein Tattoo haben (uh oh). Ich also gelogen: “EHEHE hab ich nicht” Der Türsteher (schmale Augen, Nüstern blähen sich) “Wirklich nicht????” *deutet mahnend auf den Merkzettel, wo eine Frau mit einem harmlosen Blümchentattoo abgebildet ist* Uh-oh! Ich hatte das zwar gelesen, hatte aber das mit großen Mafia-Tattoos in Verbindung gebracht. Ich also *quiek* “NÖHNÖH TATTOO ICH DOCH NICHT”.

Das machte mich natürlich total nervös, was dazu führte, dass ich die schöne “Healing Baden” Area nicht optional dazubuchte, was den Türsteher wieder völlig aus dem Konzept brachte, weil das kannte er nicht, dass Leute die schöne “Healing Baden” Area verschmähen. So, jetzt hieß es also, nackt herumzulaufen und gleichzeitig das Tattoo zu verbergen. Ich schwang also nonchalant mein kleines Kopf-Handtuch über die Schulter, so dass es über das Tattoo hing. Hinterher fiel mir auf, dass das Handtuch, wenn es nass wurde, ganz durchsichtig war und das überhaupt nix gebracht hatte, aber zu dem Zeitpunkt fand ich das super und äußerst nervenberuhigend.

Nach dem Baden und Saunieren legte ich mich in den Relaxation Room, wo man kleine Liegesessel aufgestellt hatte, jeden mit einem kleinen eigenen Fernseher; den Ton hörte man aus den Kopfstützen so, dass der Nebenmann ganz wenig nur hörte. Ich guckte also Slalomskifahren, eingemummelt in mein Relaxation Handtuch und entspannte total (abgesehen von den Abständen, in denen die Achterbahn vor dem Fenster vorbeidonnerte, das erste Mal dachte ich wieder an ein Erdbeben). Toll.

Anschließend aß ich noch lecker Pho im vietnamesischen Restaurant und bestellte forsch einen Gin Tonic zum Abschluss meines Urlaubs. Während ich den schlürfte, fiel mir auf, dass ich nicht überprüft hatte, ob das Spa auch Kreditkarten nimmt und malte mir schon aus, wie man mich abführt und auf der Polizeistation anklagend auf meinen Rücken deutet - erst das Tattoo verbergen, dann die Zeche prellen, vermutlich ist die Frau auch bei der Mafia!!!! Ging aber alles gut aus und so kam ich noch rechtzeitig zum Kinofilm nach Shibuya (wo ich mit einem Gin Tonic auch Montag abends nicht genug getrunken hatte, stellte ich wieder fest). Das Movie war großartig (Nodame Cantabile!! DAI HITTO!!!) und es war auch kurz der Starnberger See zu sehen.

Jetzt kann ich also beruhigt noch etwas die “Nachrichten” schauen, wo der Sho betroffen schaut, weil der japanische Skirennläufer seit Jahren immer nur beim Slalomfahren hinfällt, und dann Shukudaikun, und dann geht’s morgen wieder heim. Mata ashita!

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Yo! Kohama.

December 19th, 2009 · No Comments

Heute dachte ich mir: Mal was anderes! und beschloss, nach Yokohama zu fahren, das kannte ich von “In 80 Tagen um die Welt”, und da war ich noch nie gewesen. Da ging auch direkt von Shibuya ein Zug hin, hieß es. Ich fuhr also aus Versehen über Shinagawa. Egal, immerhin ging von da aus ein Express-Zug, und vermutlich war ich da sogar schneller dran, wenn ich die zuckelige Heimreise mit der direkten Bahn bedenke.

In Yokohama angekommen, wollte ich sogleich meinen Zettel herauskramen, wo ich mir aus dem Internet notiert hatte, wo man so hinmuss in Yokohama. Die Betonung lag aber hier auf “wollte”, weil den hatte ich natürlich irgendwo liegengelassen und/oder verloren. Ich ergatterte mir also aus der Touristen-Information zumindest eine japanische Yokohama-Karte und machte mich vorsichtshalber auf Richtung Hafen (da waren die in 80 Tagen um die Welt schließlich auch gewesen).

Der Hafen sah aus, als wär man in Hamburg, mit Backsteinhäusern und so, und ich spazierte die Promenade entlang. Weiter hinten war ein Riesen-Riesenrad, da stieg ich aber nicht ein, weil ich aus der Tokio-Erfahrung weiß, dass das Stunden dauern kann und man nach der Fahrt ca. 200 unscharfe Fotos gemacht hat, weil man nach ca. 5 Minuten alles gesehen hat und einem saulangweilig ist. Untendrunter war ein kleiner Vergnügungspark mit sinnlosen Attraktionen, die die Japaner super finden “Haus, wo -30 Grad drin sind” “Durchgehgeisterbahn, wo man eine Plastik-Kerze tragen muss” “Halle mit Automaten, in denen NIX drin ist”. Auch da ging ich dran vorbei, und dann war da natürlich gleich die obligatorische Mall.

Da wurde einem ein “Roof Garden” angepriesen - ich fuhr also sogleich nach oben, um von da aus schöne Szenerie-Fotos machen zu können. Der Roof Garden entpuppte sich aber als schale Minigolfbahn neben dem Mall-Parkplatz und war die Anreise in den 6. Stock nicht wert.

Enttäuscht wanderte ich von dort aus durch den Yamashita-Park nach Chinatown. Chinatown war etwas surreal, weil alles chinesisch aussah, aber mit Japanern drin, wie ein kleiner China-Vergnügungspark. Überall gab es heiße Maroni - aber sackteuer! Ein Beutel 1.000 Yen, was meine kleine Umrechnungstabelle mit ca. 8 Euro betitelt. Wau! Da aß ich lieber einen kleinen Kuchenfisch mit Pudding drin, den mir ein Mann mit einem Schaumstoff-Fisch um den Kopf verkaufte.

Dann zurück über eine Art Boardwalk zu einem Schulschiff der japanischen Marine (ich sag ja, wie in Hamburg). Davor hatte man eine Bühne aufgebaut, wo das japanische Äquivalent zum Free & Easy Festival stattfand, und die Band “Loud Voice” (auch offensichtlich ihr einziges Qualifikationsmerkmal für dieses Festival) vor einer einsamen Zuschauerin aufgeigte.

Bei all dem Herumhatschen (die Boardwalks waren ganz schön lang) war es langsam dunkel geworden, aber da hatte Yokohama etwas ganz Besonderes für uns Besucher vorgesehen: “Candle Cafe”. Dazu hatte man Kerzen in Herzform vor der Mall aufgebaut, und erklärte uns, diese Kerzen würde man nachher zur Erbauung der Massen anzünden, und pries uns sogleich eine gigantische “Opening Ceremony” an. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Punkt 17.15 schmetterte eine Frau ein schmalziges Lied, das mit YOUKOUHAAAAMA endete. Danach fuhr man die “Candle Queen 2009″, die “Candle Queen 2008″ sowie die “Candle Lady 2008″ in rüschigen Plastik-Ballkleidern auf (spontaner Flashback zur Faschingsprinzessin meiner Heimat FFB), die Blümchenkerzen anzündeten. Anschließend die obligatorische Rede des Veranstalters, des Bruders des Veranstalters sowie des Bürgermeisters (nein, nur einer der Honoratioren durfte wirklich was sagen, die anderen saßen nur stumm auf der Bühne und verbeugten sich beizeiten). Dann hieß es, die Honoratioren sowie die Queens würden jetzt den Schalter umlegen. Alle traten vor, legten die Hände auf den Schalter, und dann … “SWITCH ONNN!!” Das Publikum schaute erwartungsvoll nach vorn. Aber es passierte dann nix, weil es waren ja Kerzen.

Zur Ablenkung stürmte ein Mädchenchor im Seemanns-Outfit und Glocken in der Hand mit rotbekostümierter Chorleiterin die Bühne. Welch Musikgenuss würde uns jetzt erwarten? Es war “Rudolf, the Red-Nosed Reindeer” auf japanisch, allerdings kam der Gesang vom Band, und die Mädchen klappten dazu im Takt die Münder auf und zu, schunkelten rhythmisch hin und her, und ab und zu schwenkte eine mehr oder weniger unpassend eine Glocke. Wau. Lip-synching als Chordisziplin. Zum Abschluss schoss man noch Hanabi-mäßig eine Menge umweltfreundlicher Leuchtstäbchen in die Höhe. Also, ich weiß ja nicht, ob ich Weihnachten nach Yokohama will, ich will doch lieber zum IKEA*, glaube ich.

Anschließend fuhr ich mit der Bummelbahn (dafür aber immerhin direkt) zurück nach Tokio und bin erfreut, zu vermelden, dass ich jetzt offiziell genug an Weihnachtsbeleuchtung erlebt habe.

*Insider-Scherz

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I’m walking

December 18th, 2009 · No Comments

Heute wollte ich ja toll nach Meguro, weil mein Reiseführer das ja als hippes Viertel anpries. Woanders hatte ich gelesen, dass hier ursprünglich lauter Autohändler waren, und dann irgendwie Design-Möbelgeschäfte aufgemacht haben und ein tolles Design-Hotel. Daher hip. Als ich nu aber aus dem Bahnhof kam, sah mir die Gegend mehr nach Autohändler als nach hippen Design-Möbelgeschäften aus. Von Hipness keine Spur. Ich hatschte also in konzentrischen Kreisen um den Bahnhof rum, kilometerweit, Berg runter, Berg hoch, aber nirgends was zu finden.

Als meine Füße gerade drohten, abzufallen, fand ich einen sehr schönen Book-Off mit Cafe drin, wo es in der Tat Brezen (!) zu erwerben gab. Ich also 1a Kaffee bestellt und tatsächlich verstanden, was die Verkäuferin zu mir sagte. Bin dazu übergegangen, nicht immer automatisch HAI oder IEEEE zu sagen, wenn ich was nicht verstehe, sondern SUMIMASEN??? (Entschuldigung) was häufig zum gewünschten Erfolg führt, weil dann meine lange Leitung Zeit hat, das Gehörte zu übersetzen. Das sollte ich übrigens vielleicht auch mal auf Deutsch anwenden, da sag ich auch oft automatisch “Jaja!” und dann kriege ich Sachen, die ich gar nicht will, und dann ist es mir unangenehm, zu sagen “äh, das wollte ich eigentlich doch anders”.

Ob meiner schmerzenden Füße und der fehlenden Ortskenntnis beschloss ich, die Designerstores Designerstores sein zu lassen, und statt dessen mit der U-Bahn weiterzufahren und im Stadtteil Naka-Meguro herumzuspazieren, der mir ebenfalls als hip angepriesen wurde. Da war es ganz nett, und sah ein bisschen aus wie in Amsterdam am Kanal, mit Kirschbäumen rechts und links (jetzt natürlich kahl).

Ich kam übrigens dann rein zufällig in einer kleinen Nebengasse bei einem Geschäft vorbei, das sah aus wie ein Apple-Store, nur in schwarz, und vor ihm stand eine Mörderschlange Mädchen an, die von einem fiesen Aufpasser mit Headset grüppchenweise eingelassen wurde. Auf dem Store stand “EXILE id”, und da schwante mir doch, was das für ein Store war, denn EXILE kannte ich: mit EXILE-Postern ist derzeit neben den One Piece-Postern ganz Tokio zugepflastert. Und eine Mörder-Schlange Mädchen nebst Aufpasser kannte ich ja aus dem Johnny’s Store (den hatte ich ja auch zufällig gefunden). Wobei, bei Johnny gibt es ja Zeug von mehreren Bands, aber EXILE braucht vermutlich einen eigenen Store, weil die haben 14 Nasen, die da singen. Oder tanzen, was weiß ich.

Da ich keine Breze beim Book-Off gekauft hatte, sondern nur einen Kaffee, verspürte ich ein leichtes Hungergefühl und wanderte in ein organisches Cafe, um mich wie ein hipper Tokyo-Poser zu fühlen. Drin saßen lauter hippe Leute und lunchten. Man bekam auch einen kleinen Korb, wo man seine Handtasche reintun konnte, damit sie nicht den schmutzigen Boden berühren muss. Wobei, der Boden war sauberer als bei uns in der Wohnung, vielleicht sollte ich für zu Hause auch einen Korb erwerben.

Aber wie in allen Restaurants war es auch im organischen Poser-Cafe verdammt laut. Wenn ein Gast reinkam, schrie der Einweiser “EIN GAST IST REINGEKOMMEN!!!” (oder “ZWEI GÄSTE SIND REINGEKOMMEN!!!!” (je nachdem). Dann antworteten alle Angestellten “HALLO GAST WILLKOMMEN” (IRASSHAIMASEEEEEEEEEEEEEEEEEE) und wenn der Gast wieder ging, schrie der Einweiser “DER GAST GEHT WIEDER” und die Angestellten “TSCHÜSS DANN GAST”.

Wobei, für japanische Restaurants ist das noch der Best Case, weil wenn man keinen Einweiser hat, schreien alle Angestellten einzeln, sobald sie einen Gast bemerken, “IRASSHAIMASEEEEEEEEEEEEEEEEEE”. Ich weiß nicht, wie das die japanischen Schüler in den Starbucks aushalten, wo die immer zum Hausaufgabenmachen sitzen, weil da kommt ja dauernd jemand zur Tür rein. Ich saß da gestern eine halbe Stunde vor der Kasse und wurde schier wahnsinnig.

Nach meinem Aufenthalt im hippen organischen Cafe aß ich ausnahmsweise KEIN Crepe beim Stand auf der Straße, denn ich wollte ja noch weiter ins weihnachtlich dekorierte Shinjuku, und über dem Herumhatschen war einige Zeit vergangen. Als ich in Shinjuku ankam, war dort aber keine weihnachtliche Beleuchtung auszumachen - vielleicht aber ging sie nur in der generellen Beleuchtungsorgie da unter.

Vor dem Shinjuku-Bahnhof verabreden sich ja immer alle; da denke ich, hat man die gleichen Schwierigkeiten, wie wenn man sich in einer deutschen Fußgängerzone verabredet: “Neben dem Tchibo, da wo der Pimkie ist, vor der Currywurstbude” … in Shinjuku ist es “Vor der blinkenden Leuchtreklame, da wo der steht, der einem Taschentücher reicht, und wo sich die jugendlichen Herumtreiber versammelt haben, deren Kopf aussieht wie eine explodierte Klobürste”.

Ich wanderte also eine Weile durch Shinjuku, inklusive Kabuki-Cho, wobei Kabuki-Cho alleine in der Tat keinen Spaß macht, da sind nur Bars, Sachen, wo man nur ab 18 reindarf, und jugendliche Herumtreiber, deren Kopf aussieht wie eine explodierte Klobürste. Ich überlegte dann noch kurz, ins Kino zu gehen, wusste aber nicht genau, wie man EIN Ticket bestellt (Ticket = flacher Gegenstand, und somit weder ICHI (eins unspezifiziert) noch IPPON (runder Gegenstand) noch ICHIBAN (Schärfegrad) noch IPPIKI (ein kleines flauschiges Tier, was weiß ich, warum ich das zählen kann). Falls es euch übrigens aufgefallen ist: Gestern beim Festival aß ich nur runde Gegenstände (IPPON FTW!).

Unabhängig davon war das Kino aber ziemlich weit weg, und mir taten meine Füße immer noch ziemlich weh. Daher machte ich nur noch spontan einen Abstecher in den Petstore und zählte IPPIKI NIPPIKI SANPIKI kleine Neko-chans. Dann machte ich mich auf Richtung Hotel. Und das war gut so, denn anschließend verlief ich mich wie immer in der bekloppten Shinjuku-Station, und fuhr prompt in die falsche Richtung. Mit dem Expresszug. Nächster Halt: Ikebukuro! Bis ich im Hotel ankam, waren gefühlte Jahre vergangen. Und da bin ich jetzt und überlege, ob ich noch rausgehen soll, Schüssel mit Ramen essen.

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Kunst, Kultur und Plastikonigiri

December 17th, 2009 · No Comments

Heute war also Kunst und Kultur angesagt. Kunst!! Kultur!! No Shopping!!! Zumindest war das mein hehrer Vorsatz, als ich ins Bett ging. Ich wachte dann auf von strahlender Sonne, die in mein Zimmer schien und der Museums-Vorsatz geriet ins Wanken.

Denn! Sonne bedeutet sicherlich, dass man den Mt. Fuji vom Rathaus aus sehen kann! Und den Fuji habe ich ja trotz aller Anstrengungen noch nie gesehen. Ich also flugs raus aus den Federn, in einer Mördergeschwindigkeit gefrühstückt, nicht dass doch noch Wolken kommen, und nix wie hin zum Rathaus.

Nach Shinjuku, durch die Shinjuku-Station, die Straße entlang, das Rathaus hoch und … sonnig, aber total diesig. Nirgendwo ein Berg in Sichtweite. Das ist doch nur ein Gerücht, dass man vom Rathaus je den Fuji sehen kann. Ein Gerücht! Also wird nun der originäre Plan ausgeführt. Leider ist die Anfahrt zum Asakusa-Tempel von Shinjuku etwas komplizierter als wie geplant von Shibuya. Also: wieder runter vom Rathaus, die Straße entlang, durch die Shinjuku-Station, mit der Yamanote-Linie nach Ueno, durch die Ueno-Station, umsteigen in die U-Bahn, und, puh, endlich am Tempel angekommen.

Am Tempel war Festival der hölzernen Fächer und damit der Teufel los. Wie schon damals beim Festival der 47 ärgerlichen Samurai hatte man auch hier rund um den Tempel massig Büdchen mit Zeug zum Essen aufgebaut, diesmal aber weniger Wert auf das Thema “Grill” gelegt. Holzfächer, Schmolzfächer, ich beschloss, ordentlich die Fressalien auszuprobieren.

Allerdings beging ich den Fehler, mit Takoyaki zu beginnen, wo ich mal bei Frau C. in Deutschland einen vom Teller genascht und für gut befunden hatte. Die Takoyaki in Japan waren aber etwas fischiger und saugnapfiger, und so musste ich nach einem Takoyaki fluchtartig das Weite suchen und zudem einen Mülleimer, bei dem keiner sieht, dass ich 5 noch gute Takoyaki entsorge. Gibt aber ja keine öffentlichen Mülleimer in Japan, und so wanderte ich einmal um den Block und kam dann zurück an den Ort des Geschehens, wo ich schamesrot die Dinger loswurde.

Um den Geschmack im Mund loszuwerden, aß ich (in ungeordneter Reihenfolge)
- Normale Dango
- Süße Dango
- Kleiner Kuchen mit Bohnenpaste drin
- Kleiner Kuchen ohne Bohnenpaste drin (für geschenkt)
- Einen Maiskolben und
- Eine Schokobanane (weil nichts ist so gut wie eine Schokobanane!)

Ja, ihr denkt jetzt, die isst ja alles, aber nein! Ich verschmähte nämlich den Fisch, den einer hinter dem Tempel flach bügelte. Nicht mit einem Bügeleisen, sondern er hatte so eine Art Mangel, wo er den Fisch durchdrehte, und der wurde ganz flach. Roch aber deshalb nicht weniger fischig.

Ich ging dann frisch gestärkt erst mal in den Tempel orakeln (”No. 26 REGULAR FORTUNE: Thousands of soldiers obey you without failure to the order and dignity of the General.”) Or, as I call it, “Takeshi”. Anschließend erwarb ich doch noch 2 Holzfächer. Es handelte sich dabei offensichtlich um Qualitäts-Holzfächer, weil ich zwei alte japanische Ömchen aus dem Weg schubsen musste, um sie zu ergattern. Ja, beim Ausverkauf und bei billigen Holzfächern kennt die japanische Oma keine Gnade. Banzai!

Anschließend machte ich mich auf in Richtung Museum, aber leider hatten die Stadtplaner davor den Stadtteil Kappabashi gesetzt. Da gibt es allen möglichen Küchenkram sowie Fake-Lebensmittel. Und wer hätte nicht gern eine Schüssel plastifizierter Ramen-Nudeln? Leider konnte ich mir die Nudeln nicht leisten, die waren sauteuer, es reichte nur für ein Onigiri vom Grabbeltisch. Wobei, damit war ich total happy, weil das war TOTAL reduziert, weshalb ich mir auch keine Sorgen machte, dass mein Geld irgendwie schon wieder so wenig aussah, und noch rasch zwei Schüsseln kaufte (wo ich plane, echte Ramen-Nudeln einzufüllen).

Gut, auf dem Weg zum Museum lag auch noch der eine Book-Off, und da kann man ja auch nicht einfach vorbei, ohne 10 Kilo Manga zu kaufen. Mit dem Ergebnis, dass es, als ich meine mörderschwere Tasche zum Ueno-Park geschleppt hatte, bereits 16.15 war, und sdie Museen doch schon um 17.00 zumachen. Ich verbuchte das Museum unter der Rubrik “Eine Erfahrung weniger” sowie unter der Rubrik “Geld gespart!” (gibt ja so wenig in der Kategorie, außer das TOTAL günstige Fake-Onigiri) und wanderte durch den Ueno-Park. Das tue ich eigentlich eher ungern, denn der ist ein eher zwielichtiges Eck, und natürlich versuchte prompt ein rumlungernder Japaner, mich anzusprechen “Na, ein kleiner Spaziergang?”. Vorgewarnt durch die Erfahrungen der Frau J. vermutete ich eher unlautere Absichten denn Sprachtraining und ignorierte den Mann, bevor er mir sein Geld (oder andere Dinge) zeigen konnte.

Anschließend ging ich Karaokesingen (free chips!), auch wenn ich gerade bei der total geheimen Arashi-Show gelernt habe, dass man Karaokesingen alleine doof findet. Bis auf den Ohno, aber auf dessen Aussage ist hier wenig Verlass, weil er vermutlich diesbezüglich lügen musste, weil er ja des öfteren mindestens zwei Porno-Starlets in der Karaokebox mithatte.

Allerdings sagte man auch, man würde total gerne alleine zum Yakiniku-Essen gehen, und das finde wiederum ich doof. Eigentlich könnten die Arashis und ich einen kleinen Deal machen, wir gehen zusammen Yakiniku-Essen und dann Karaoke-Singen. So hat jeder was davon! Call me, MatsuJun.

Diesem kleinen Exkurs könnt ihr entnehmen, dass ich inzwischen wieder in meinem Hotelzimmer angekommen bin und beim Fernsehen Pocky esse. Gut, letzteres konntet ihr nicht entnehmen, aber das wisst ihr ja jetzt. Morgen will ich in das Stadtviertel, von dem mein neu erworbener “Wallpaper” Reiseführer behauptet, da müsse man heutzutage hin, und dann versuche ich mein Glück noch mal im weihnachtlich dekorierten Shinjuku.

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Namja Parbat

December 16th, 2009 · No Comments

Heute war ich in Ikebukuro, shoppen im Sunshine 60 (Mall!) sowie in allen Mangastores der dortigen Umgebung.

Dabe übte ich wieder fleißig mein Japanisch. Langsam habe ich aber den Eindruck, a) dass das nicht besonders von Erfolg gekrönt ist und b) dass ich zu viele japanische Variety-Shows schaue, weil ich bei allen Sachen, die ich auf japanisch sage, vor meinem geistigen Auge über meinem Kopf ein großes rotes X sehe, einen hupenden Ton und Katakana, die buchstabieren “JAPANESE FAIL”. Wenn die Leute aber auch immer Dinge zu mir sagen, die ich nicht erwarte.

Zum Beispiel. An der Kasse sagen die Leute ja ständig zu einem “Haben Sie denn unsere 1a Mitgliedskarte?” und dann “Wollen Sie denn unsere 1a Mitgliedskarte”, also hör ich schon gar nicht mehr hin und sag immer zwei Mal IIEEE (”Nein/No/Non/Njet”). Ich also im Mangastore, und der Mann sagt BLABLA POINTO CARDO. Ich also IIEEE!! Der Mann sagt weiterhin BLABLABLA. Ich also wieder IIEEEE!! Der Mann *schaut entgeistert*. Wiederholt BLABLABLA. Deutet auf den altersbeschränkten Manga. Ich so HÄ? IIEEE? Der Mann *seufzt* Do you speak English? Ich *schamesrot* Er: will meinen Ausweis sehen. Ja, das kann doch keiner ahnen, dass irgendwo auf der Welt noch mein Ausweis bei “Sind Sie über 18?” kontrolliert wird. Mja.

Als Ausgleich ging ich dann, um mein Alter zumindest mental herunterzuschrauben, in der Mall in NAMJA TOWN, was ich die letzten Male total übersehen hatte - das ist nämlich ein Vergnügungspark mitten in der Mall. Toll! Namja Town überforderte mich leicht, weil drin waren hauptsächlich blinkende und hupende Automaten, und in der Mitte eine Stadt aufgebaut. Die war allerdings aber eine Geisterbahn zum Durchgehen, was ich aber erst merkte, als ich vergnügt auf einen Klingelknopf drückte, und ein Zombie vor mir schreiend herunterklappte. Waah!!! Meine Nerven!! Zur Beruhigung machte ich kleine PURIKURA von mir vor sparkly Hintergrund. Das ist toll und mcht viel Freude. Nervenstark konnte ich so auch durch ICECREAM CITY gehen, ohne mir große Mengen an Eis zu kaufen.

Ansonsten war drin wie übrigens gerade überall in GANZ TOKIO ein Riesen-Rummel um den neuen “One Piece”-Film. Damit kenn ich mich nicht aus, weil One Piece ist so ziemlich der einzige Manga, den ich nicht lese. Der Film aber sieht zumindest ganz witzig aus. Vielleicht gehe ich noch rein, aber das wird schwierig, denn er ist AUSVERKAUFT! Die Schlange vor dem Kino war gigantisch.

Nach einer Stunde floh ich wieder aus Namja Town; gerade rechtzeitig um den Auftritt eines ältlichen japanischen Sängers zu erleben, der vage aussah wie Elvis, und offensichtlich da war, um seine neue CD zu promoten.

Dabei erinnerte der Mann zwar vage an Roy Black in seinen schlechtesten Zeiten, hatte aber dennoch einen kleinen Fanclub von Omis mitgebracht, die eifrig die Fächer mit “Roy Black, ich will ein Kind von dir” drauf geschrieben schwenkten. Da hatte ich einen kleinen - Flashback ist es ja nicht, wenn man in die Zukunft schaut, vielleicht einen Flashforward? - also einen kleinen Flashforward, wie ich mit 70 Jahren meinen Matsumoto-Fächer umklammernd in einer japanischen Mall sitze. Hoffentlich hat dann vorher noch einer meine ID gecheckt. Wobei, der Matsumoto hat ja Johnny im Rücken, der hoffentlich testamentarisch festgelegt hat, dass Mallauftritte seiner Buben auch im hohen Alter nicht erlaubt sind.

Aber trotz Roy-Black-Erinnerungen und schlecht sitzendem Elvis-Outfit: Wahnsinn, was da für ein Auflauf und Kreischen war! Massen an Fotografen und Kameras, die den Mann in verschiedenen Posen (Zeigefinger nach vorn! Augen nach rechts! Augen nach links!) und mit einem Korb Erdbeeren in der Hand (?) fotografierten. Ich kann mir nur vage vorstellen, wie das ist, wenn die Arashis irgendwo auflaufen, vermutlich braucht man dann mehrere hundert schwergewichtige Sumo-Aufpasser, dass die nicht niedergetrampelt werden.

Ich hatte aber ja nun schon ein Foto vom Elvis und dem Fanclub gemacht, bevor ich den schmächtigen Aufpasser sah, der ein “Nicht fotografieren” Schild umklammerte. Dann machte ich mich rasch vom Acker. Die Karaoke-Lieder singen sich schließlich nicht von allein! Im Karoke-Kan dann die Erkenntnis: Ja, Joy und Hyper sind die Karaokemaschinen, und jetzt weiß ich auch, dass man “Joy” besser nicht ankreuzt, denn die Maschine hat a) nur unbenotierte Kanji, so dass man, wenn man das Zeichen nicht kennt, gezwungen ist *murmelmurmel* zu singen (mööööp XXX *JAPANESE FAIL* XXX), und b) kennt man nachher alle Locations in Hongkong, weil man da nur Videos von komischen Chinesen hinterlegt hat, die leidend durch die Stadt spazieren. Spontan erfinde ich eine neue Beleidigung “He, du spielst doch schau im Karaoke-Video!!!”

Nach dem Singen flugs die Mangas ins Hotel gebracht und dann zum Essen. Da klingelte mein Handy (WAS DAS KOSTET!) Aber zum Glück ging ich ran, denn es war ein Lieferant, der mir morgen mein neues Bett bringen wollte. Ich bin ja aber nun nicht da und auch die Wohnung ist noch nicht bezogen, insofern musste ich ihn auf später vertrösten. Dann saß ich etwas mürrisch rum und dachte mir “Gern würde ich noch etwas Karaoke singen”, bis mir auffiel - warum gehe ich nicht einfach noch Karaoke singen? Weil ich es kann!

Ich also fröhlich zum Ekel-Oke um die Ecke (mit den unfreundlichen schmierigen Einweisern, was für Japan ja eine Seltenheit ist). Dort wies man mich schroff ab: Eine Stunde Wartezeit. Jo, genau, wie ich mich so umsah, trieb in der Lobby praktisch der sprichwörtliche Busch durch. Aber ich kann ja mein Geld auch in andere Karaoke-Kans tragen, ist ja nicht so, als wär das der einzige Ort für Karaoke in Japan. Fun Fact übrigens: Habe ich schon mal erwähnt, dass wenn man “Karaoke” auf dem Handy mit T9 buchstabiert, erst mal “Japan” draus wird? Aber das nur am Rande.

Ich also zum zweiten Karaoke-Kan, da stand aber ein mysteriöser Aufpasser davor mit einer Registrierkasse, und ich wusste nicht so recht, was der da macht. Dann ging aber eine Horde Jugendlicher durch und er kontrollierte ihre ID (!) Aha! Nicht, dass minderjährige Jugendliche so wie ich sich nachts noch rumtreiben. Da aber nun die Lobby mit Jugendlichen voll war, beschloss ich, mich nach einer dritten Location umzusehen. Auf dem Weg dahin schaute ich in meinem Wörterbuch nach, was “Ausweis bitte” auf Japanisch heißt, damit ich diesmal vorbereitet wäre.

Am dritten Karaoke-Kan. Auf dem Weg dahin bereue ich mein Versäumnis, nicht vorher ein zwei drei Flaschen Whiskey getrunken zu haben, und ich erfand spontan zu meiner Beleidigung noch ein Sprichwort: “Wer nachts in Shibuya unterwegs ist, hat ZU WENIG getrunken außer er ist HACKEDICHT”, weil alle anderen hatten offensichtlich das Versäumnis nicht begangen.

Die Lobby vom dritten Karaoke-Kan war leer. Ich steuere also auf die Tür zu, da springt mir von rechts ein Aufpasser in die Quere. Aha! Kenn ich, kenn ich. Der Aufpasser BLABLA. Ich *will gerade selbstgefällig den Ausweis zücken und fange an in der Tasche zu kramen, als langsam durch mein Gehirn sickert, dass das Wort für “Ausweis” im BLABLA nicht vorgekommen ist* Der Aufpasser seufzt. HOW MANY PERSON? Ich mööööp XXX *JAPANESE FAIL* XXX Aber warum muss ich denn dem Aufpasser sagen, dass ich alleine unterwegs bin? Der sieht mich doch da reingehen. Wo sollen denn die anderen Leute herkommen? Hat man Angst, dass da plötzlich eine Stampede Gaijins um die Ecke biegt und wüst ins Karaoke-Kan einfällt? Egal.

Im Karaoke-Kan oben im vierten Stock ist der Teufel los, Horden von japanischen Geschäftsleuten grölen das japanische Äquivalent von “Moskau, Moskau”, schütteln Tamburine und tanzen (so wie es sich zumindest anhört) auf den Tischen in der Karaokebox. Ich werfe sogleich “Fight Song” an und brülle “OI OI OI” - hier ist es auch egal, ob mich wer hört oder nicht.

Anschließend wieder zurück durch die alkoholgeschwängerten Straßen, ins Hotel. Morgen ist schließlich Kulturtag, ich will in den Tempel und ins Museum. Und dann nach Shinjuku, Weihnachtslichter angucken. Wobei, ich sah gestern schon vor einem überdimensioniert puschligen Weihnachtsbaum festlich dekorierte Rentiere und die sahen so aus, dass ich dann den ganzen Tag überlegen musste, wie die Zombiepferde heißen, die bei Harry Potter die Wägen nach Hogwarts ziehen (Google is my friend “Thestrals“). Aber auch das nur am Rande, vielleicht sollte ich, bevor ich nach Shinjuku fahre, etwas trinken, das kann ja nicht schaden, dann sind auch die Weihnachtslichter total romantisch und die Rentiere hübsch.

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A rose by any other name

December 15th, 2009 · No Comments

Nachdem ich heut nur shoppen war (yay 100 Yen-Shop!), einfach mal so frei von der Leber weg:

Gestern guckte ich noch ein paar Folgen von der neuen Fernsehserie, die ich mir runtergeladen habe, und dabei fiel mir wieder mal etwas auf bzw. ein: Ich sagte ja gestern schon, dass “Iced Cafe Latte” “Iced Cafe Latte” auf Japanisch heißt; es gibt Dinge, die sind einfach zu merken. Aber es gibt drei Dinge, die heißen anders als man erwartet, nämlich:

- Ninja = Shinobi
- Harakiri = Seppuku und
- Samurai = Bushi (as in “Bushido”, ganz genau)

Die Fernsehserie, wo zumindest zwei der drei Begriffe gestern vorkamen, heißt übrigens “JIN”, und wem das als Info nicht genügt, dem hat man ausgeholfen und der ersten Episode einen kleinen ganz dezenten Titel gegeben, nämlich: “The Touching Story of Love and Life Beyond Time and Space ~A Modern-day Brain Surgeon is Sent to the Edo Period of Upheaval…Now the Hands of History Begin to move! Only a Person Can Help a Person!!” (aus dem Japanischen übertragen). So sind sie, die Japaner.

Übrigens, noch eine Anmerkung: der Cafe Latte ist in der Tat nicht ganz so trivial zu bestellen, weil das geht auf Japanisch so “KA-*puste das f durch die Lippen und quetsche ein E dahinter* *komischer R-L-Sound ATTE”. Das versteht nie ein Japaner, weil die beiden Sounds misslingen oft und das KA und das ATTE allein reichen nie zum Identifizieren. Besser: “Cappuchino”, dann kriegt man auch nicht wie ich einen Strawberry Milkshake beim McDonald’s.

Gerade sitze ich im Hotelzimmer und schaue die Show “Best Artist of 2009″. Ich schaltete nämlich durch, und ließ irgendein Programm an, dann guckte ich auf den Computermonitor und tippte, und immer wenn der Moderator was sagte, dachte ich “hm, die Stimme kommt mir bekannt vor” - war natürlich wie immer der Sho, der neben seiner Tätigkeit als Boyband-Rapper und Nachrichtensprecher offensichtlich noch nicht genug mit Arbeit versorgt ist. Aber Geld kann man ja nie genug haben, und wo soll’s herkommen; ich hab heute die CD wieder ins Regal zurückgestellt (Wobei, wer weiß, wieviel der Sho davon abkriegt).

Jedenfalls bei der Show hat einer “Best Artist von irgendwas” gewonnen und intoniert ein Lied von sich, “Kiss of Life”, und zwar so schlecht, dass ich mich für meine Karaokekünste nicht mehr so viel schäme. Wobei, der ist offensichtlich total berühmt. Vielleicht kann er nur nicht live singen. Ich ja auch nicht, das muss ja keine Schande sein. Heute in der Karaokebutze waren die Wände so durchlässig, dass ich immer die neben mir schief ins Mikro singen hörte, wobei ich ja noch schiefer singe und zudem auch schlecht japanisch. Aber da mussten die neben mir durch.

Mir hat man zumindest frei und für umsonst Chips gebracht. Das heißt, ich weiß nicht, ob die prinzipiell frei und für umsonst waren, aber da ich so schlecht Japanisch kann, konnte ich nicht so schnell sagen “he, ich hab das nicht bestellt”, außerdem war ich ja gerade am schief Singen, als die Service-Frau die Tür aufgemacht hat.

Zwischendurch kommt übrigens alle 2 Minuten der Werbespot für die FIFA Champions League, da sind die Japaner ganz heiß drauf, wie übrigens auch schon im Voraus auf den World Cup, wo man uns in den “Nachrichten” gestern abend noch mit kleinen Kärtchen und Grafiken den Weg Japans an Dänemark vorbei bis ganz nach oben illustriert hat. Und wenn ich sage “man”, dann meine ich natürlich “der Sho”, weil siehe oben.

*ETA later* In der Tat musste der Sho sich anschließend noch umziehen und mit den anderen vier ein Medley als “Best Artist 2009″ trällern, von nix kommt nix, das Geld wird ja nicht umsonst überwiesen.

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Back in Japan

December 14th, 2009 · No Comments

So, meine Lieben, mal wieder was von mir.

Gestern habe ich meinen wohlverdienten Jahresurlaub angetreten und bin, wie ich es ja gerne mal tue, nach Tokio geflogen. Doch von Urlaubsstimmung zunächst keine Spur: Erst musste ich ewig auf den Koffer warten, und dann hatte ich deshalb gerade den Bus in die Stadt verpasst und saß eine Stunde am Terminal rum. Aber bis man zum Zug gelaufen ist, ist auch nicht gerade nah da in Narita, und ich dachte mir: Besser schlecht gewartet als gut gehatscht.

Dann kamen zwei Polizisten und wollten meinen Ausweis sehen. Ui, dachte ich, kaum angekommen, schon verhaftet. Aber man sagte, es sei nichts vorgefallen, man kontrolliere hier nur einfach mal so. Ah, ABM bei der japanischen Polizei, ist ja auch Wirtschaftskrise und so. Der eine drehte also ganz konzentriert stirnrunzelnd dreinblickend meinen Pass hin und her und blätterte umher, bis der andere ihn in die Seite stieß und murmelte “DOITSU”, was heißt “Die gute Frau kommt aus Deutschland” “Aha” ging dem anderen ein Licht auf und er notierte “DOITSU” auf seinem Merkzettel sowie meine Passnummer. (Ich kann die übrigens nie notieren, weil ich nicht weiß, ob das ein O oder eine 0 ist, und dann google ich nach und da steht, dass Passnummern nie ein O enthalten, damit man das auf gar keinen Fall mit der 0 verwechseln kann. Aber das nur am Rande.)

Dann gab man mir den Pass zurück und ich wollte mich gerade wieder einem neuen Bejeweled Rekord widmen, da fiel mein Blick wieder auf den ersten Polizisten, der mir schlapp seine Hand hinhielt. Oi! Die beiden hatten das vermutlich im kulturellen Sensitivitätstraining gelernt: “Ausländer geben sich zum Abschied die Hand!” und wollten auf meine fremde Kultur entsprechend eingehen. Also musste ich “BAIBAI” den Polizisten das fischmäßig herunterhängende Händchen schütteln und stellte mir dabei einen g’standenen bayrischen Beamten vor, wie er “HABEDIEEHRE” einen Japaner nach der Ausweiskontrolle mit einer tiefen Verneigung entlässt. Hmja.

Dann mit dem Bus zum Granbell Hotel in Shibuya - leider habe ich sämtliches Kartenmaterial zu Hause vergessen bzw. es befindet sich in Umzugskartons, und ich musste mit einer Zeichnung arbeiten, die ich händisch zuvor angefertigt hatte. Daher betrat ich das Hotel letztlich durch den Dienstboteneingang, wobei der Vordereingang aussah wie ein Garagentor und schwer zu finden war. In der Straße hinter uns übrigens das TOKO Hotel - was da wohl Bll Kaultz dazu sagen würde.

Das Granbell Hotel ist ein bisschen angeranzt und das Zimmer ist klein, aber eigentlich ganz nett. Und die Klobrille ist angewärmt, dat is ja auch die Hauptsache. Bin aber auch nicht lang im Zimmer bzw. aufm Klo gewesen, sondern gleich rüber in den Tsutaya, shoppen. Habe erst mal zum Eingewöhnen zwei Zeitschriften mit Buben drin (Herr Kitagawa braucht gewiss einen neuen Pool) und zwei CD (on sale für 100 Yen, wer kann da schon Nein sagen) erworben. Dann wollte ich mein Japanisch versuchen, aber ob des Jetlags war es mir nicht möglich, fehlerfrei einen Medium Iced Cafe Latte zu erwerben (auf Japanisch übrigens “Medium Iced Cafe Latte”) und ich verwarf den Gedanken wieder, dass das heute noch klappen würde.

Und das war auch in der Tat fraglich, denn anschließend wollte ich Nudeln essen, und hatte völlig korrekt ob des dort angebrachten Schildes ausgemacht, dass man dem Koch den gewünschten Schärfegrad der Nudeln per Nummerierung ansagen müsse. Ich also forsch mit besten Vorsätzen zum Koch und stolperte dann mental über das japanische Nummerierungssystem (Eins wie “Eins” ICHI? Eins wie “ein rundes Behältnis mit Suppe drin” IPPON? Eins wie irgendwas anderes? ???). Ich fuchtelte also stumm wild mit EINEM Finger in der Gegend herum und der Koch erlöste mich zum Glück mit einwandfreiem Englisch (Inder mit Bruder in Hamburg). Die richtige Antwort war übrigens ICHIBAN für “Schärfegrad NUMMER EINS”, hörte ich nachher bei anderen Leuten. Da ging ich mal lieber zurück in mein Hotelzimmer und guckte noch ein bisschen fern.

Heute dann wollte ich zum Festival der 47 ärgerlichen Samurai, das hatte ich in der Zeitung gelesen, dass das an einem Tempel stattfindet. Ich ging also morgens dorthin, war aber etwas zu früh dran, weil man baute gerade im Tempel noch ganz viele Takoyaki, Okonomiyaki, Sukiyaki und andere -yaki Büdchen auf. -yaki heißt übrigens “gegrillt”, was den vielen Rauch erklärte, der auf den Bildern des Festivals immer zu sehen war. Da mir aber morgens nicht so nach gegrilltem Zeug ist, beschloss ich, nicht beim Festival zu verweilen, sondern weiter nach Kanda in die used bookstores zu wandern.

Als ich dort dann Hunger bekam, erinnerte ich mich an das gestrige Fiasko - kein Problem, da gibt es doch diesen Running Sushi Laden! Running Sushi ist prima, da muss man ja nicht reden, sondern nur Teller vom Band klauen. So dachte ich zumindest in meiner jugendlichen Naivität. Denn: Mittags wird nix aufs Band gestellt, sondern man ruft dem Sushi-Chef zu, was man will und der reicht einem das dann rüber. Zum Glück ist mein Sushi-Japanisch 1a, und ich bestellte sogar das Lunch special (”RANTSCH”).

Wobei der Chef immer nur bei mir extra nochmal nachfragte - was mich verwirrte: wenn ich jetzt mehr gesagt hätte, hätte ich es ja verstanden, aber ich weiß nicht, wieso sich bei mir “Tekka Maki” anders anhören sollte, als wenn es ein Japaner sagt. Meine Theorie ist, dass meine Stimme für eine japanische Frauenstimme total viel zu tief ist, die hören sich ja immer an, als hätte man ein Quietscheentchen mit Helium vollgepumpt (*spontaner Flashback nach 2008: 60.000 kleine Japanerinnen, die EEEEEEEEEEEEA-RA-SHIEEEEEEEEEee quieken*).

Anschließend wollte ich beim 7/11 bisschen Geld abheben, aber der Geldautomat da ging nicht. Auf der Suche nach einem weiteren 7/11 wanderte ich über Ochanomizu nach Akihabara, wo mir spontan eine Karaokebutze über den Weg lief, wo ich natürlich sofort ein zwei drei Liedchen trällern musste. Hier war mein Japanisch wieder 1a, das kannte ich ja schon. Ich trug mich schön auf der Liste ein, doch HALT!

Man hatte eine weitere Option nach “Name” “Alter” und “Zeit wo Sie singen wollen” auf die Liste getan, nämlich vier Sachen, wovon man eins ankreuzen musste. Eins davon war JOY, die anderen sagten mir nichts. Ich also: ??? , der Karaokemann “BLABLA DE GOZAIMASU” (höfliches Japanisch, versteh ich nicht die Bohne), deutet auf die Optionen. Ich wieder: ???, er etwas nervöser “BLABLA DE GOZAIMASU!!!”, deutet auf die Optionen. Ich *Blick wie verfolgtes Kaninchen”, er: *tippt hektisch auf der Kasse* *Hauptsache die crazy Frau geht singen* und reicht mir meinen Kassenzettel.

Meine Vermutung ist, dass es unterschiedliche Karaokemaschinen gibt oder so, weil man sich häufig da bei irgendwelchen Clubs anmelden kann und seine Playlisten schon vorher im Internet zusammenstellen, damit man in der Butze nicht lang suchen muss und mehr Zeit für sangliche Höchstleistungen hat. Grau ist auch hier alle Theorie, was das betrifft. Zumindest sagte das der entsetzte Blick des Ehepaares, das aus Versehen meine Tür aufmachte, als ich (inclusive Disco-Zeigefinger) gerade am Imitieren vom Herrn Yamashita war.

Hinterher war ich noch bisschen Manga-Shoppen, wo ich schon im Nerd-Viertel war, und da das Geld zur Neige ging, suchte und fand ich dann auch einen 7/11 zum Geld-Abhe…NEIN!!! Ein Schild über dem Geldautomaten “Ab heute können Sie in 7/11s nicht mehr mit der ec-Karte Geld abheben”. Eek! Sollte das bedeuten, dass ich mir den Rest des Urlaubs über Singen auf der Straße finanzieren müsste? Das sähe vermutlich finster aus, mir fiel der Blick des Ehepaares wieder ein - obwohl: vielleicht gäben die Japaner mir Yens, um mich zu bewegen, ihr Kulturgut nicht zu malträtieren?

Mit meinem letzten Geld fuhr ich also flugs zurück ins Hotel, wo mir Google zum Glück mitteilte, dass man noch bei der Citibank abheben könne. Vor Freude und mit vollem Geldbeutel lief ich stante pede ins nächste Geschäft und erwarb Elmar den Elefanten:

Elmar, der kuschlige Elefant

und ging auch sogleich ein weiteres Mal zum Kaiten-Sushi, wo ich wieder 1a beim Chef bestellte - der nur einmal nachfragte und das auch zu Recht, nämlich, um zu fragen, was ich denn für ein Maki wollen würde, ein Temaki oder ein Hosomaki.

So, und nun muss ich Schluss machen, denn es ist gleich Zeit, auf meinem briefmarkengroßen Fernseher Arashi no Shukudai-Kun einzuschalten - ich seh das so gern in Nicht-Krisselig.

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